Nach dem Abzug der letzten US-Truppen aus Irak am Sonntag droht dem Land nach Einschätzung des Nahostexperten Jochen Hippler ein Bürgerkrieg. »Diese Gefahr ist latent vorhanden«, sagte der Politikwissenschaftler der Universität Duisburg-Essen. Er verwies auf die Auseinandersetzungen zwischen schiitischen und sunnitischen Extremisten sowie lange zurückgedrängte Konflikte zwischen der arabischen und der kurdischen Bevölkerung.
In den USA hält indessen die Diskussion über in der »New York Times« (NYT) veröffentlichte Geheimprotokolle über ein Massaker an, die ein Reporter auf einer Müllkippe bei Bagdad gefunden hatte. Auf rund 400 Seiten sind Verhöre mit US-Marines, Fotos und handschriftliche Notizen der Soldaten dokumentiert. Beim US-Militär habe man offenbar »die Ermordung von 24 unbewaffneten Irakern, darunter Frauen, Kinder und ein 74-jähriger Mann im Rollstuhl als Routine« angesehen, so die NYT. Der »Vorfall« sei »der Preis für das Geschäft«, das die US-Armee in Irak zu erledigen habe, gab der damalige Kommandeur für die Anbar-Region, Generalmajor Steve Johnson zu Protokoll.
Die 400 Seiten US-amerikanischer Geheimdokumente auf einer Müllkippe sind symbolhaft für das, was die US-Armee nach fast neun Jahren Krieg und Besatzung den Irakern hinterlassen. Am vergangenen Samstag meldete die irakische Regierung, sie habe mit der Übergabe der Al-Imam-Ali-Militärbasis bei Nasiriya nun wieder alle 505 Militärbasen des Landes unter Kontrolle.
Auf bis zu 130 000 schätzt die Internetplattform Iraq Body Count die Zahl der getöteten Zivilisten seit der US-Invasion am 20. März 2003. Andere Quellen gehen von bis zu einer Million zivilen Toten aus. Mehr als vier Millionen Iraker flohen vor der Gewalt, die meisten nach Syrien, Jordanien, Libanon, Türkei, Iran und in die Golfstaaten. Rund 1,5 Millionen Iraker gelten als Inlandsvertriebene.
Die US-Besatzungsmacht zerteilte Irak nach einem ethnisch-religiösen Proporz und schürte damit Konflikte zwischen Arabern und Kurden, zwischen Christen, Sunniten und Schiiten, analysiert der Wissenschaftler Raidar Visser in einem Fazit für den »International Herald Tribune«. Irak sei heute instabiler als vor zwei Jahren. Armut, Arbeitslosigkeit, mangelnde Grundversorgung mit Strom und Wasser, schlechte Bildung, schlechte und teure Gesundheitsversorgung haben das Land um Jahrzehnte zurückgeworfen. Vor der Invasion hatten 13 Jahre lang UN-Sanktionen Irak isoliert, wirtschaftlich und sozial zerrüttet.
Dabei basierte die Invasion Iraks auf einer Lüge. Irak besaß keine Massenvernichtungswaffen. Keiner der für den Irak-Krieg verantwortlichen Politiker wie George Bush oder Tony Blair musste sich jemals vor dem Internationalen Strafgerichtshof verantworten, alle Klagen wurden abgewiesen.
wenn die der irak nur instabiler ist, als vor zwei jahren, dann haben ja zumindest die amis nicht schuld - aber egal.
interessant auch die aussage, der irak sei um jahrzehnte zurück"entwickelt" wurden. wann war denn der startpunkt? bestimmt 2003 - nach der rechnung von leukefeld. vor allem haben natuerlich die sanktionen den irak geschwächt :)...weniger ein durchgeknallter typ namens hussein.
dass die amerikaner unrecht getan haben und vieles falsch machten (z.B. keine kontrolle, was sie mit z.B. mit verhafteten irakern machten etc. )ist klar, und immer noch absolute grundbedürfnisse eines menschen in einem so reichen land nicht befriedigt werden, ist eine absolute schande. den amerikanern die ganze schuld in die schuhe zu schieben ist aber reichlich einfach - alternativen werden mal wieder nicht genannt, wie ein solches zerrüttetes land eine bessere zukunft erhalten könnte. das waere mal eine interessante analyse - und keine allgemeinheiten und plattitueden.
Wie hättest denn Du es denn gern im Irak, Du kleiner Rotschopf mit dem Struppi hinter dem warmen Ofen?
Nicht so wichtig.
Leukefeld heißt das Ziel...
verstanden
wenn die Menschen vor Ort beklagen, dass Strom, Wasser und Abwasserversorgung unter Saddam Hussein – trotz Sanktionen und Bombardements Anfang der 90er Jahre – besser oder überhaupt funktioniert haben, dann lässt sich wohl kaum behaupten, die US-Amerikaner würden zukünftig ihren Einfluss in blühenden Landschaften ausüben, die sie den Irakern überlassen hätten.
Und das sind nicht die einzigen Probleme, in die die USA (unter Berufung auf „Geheimdienstinformationen“ auch aus „Israel“, was nicht vergessen werden sollte ! ) den Irak geführt haben
strom und wasser hat aber nur für die funktioniert, die nicht umgebracht worden sind - z.B. bei giftgasangriffen auf kurdInnen.
das die amerikaner unglaublich viele fehler gemacht haben ist klar - ich möchte bloss von analysten wissen, was genau gemacht werden kann, um einen blühenden irak zu schaffen. das war meine forderung!
Im Auftrage der USA durfte Saddam Hussein einen Giftgaskrieg gegen den Iran führen. Das Giftgas kam aus dem Land des Erfinders desselben. Und seit wann wissen analysisten Deiner kolör, was zu tun ist??? ANALysten sind doch Leute, die irgend wo hinten unten dumm aus der Wäsche gucken.
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