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Von Andreas Fritsche
21.12.2011
Brandenburg

Ballern ohne Blei

Agrarministerium verbietet ab April 2013 Jagd mit schädlicher Munition im Landeswald

»Wildbret ist teilweise extrem hoch mit Blei kontaminiert und kann bei Kindern und Schwangeren bleibende gesundheitliche Schäden verursachen«, weiß Helmut Brücher vom brandenburgischen Naturschutzbund (NABU). »Insbesondere Jägerhaushalte, in denen viel Wildfleisch verzehrt wird, sind dadurch gefährdet.« Brücher berichtet, dass in Deutschland in diesem Jahr bereits 1,2 Tonnen mit Blei verseuchte Hasenkeulen aus Österreich beschlagnahmt worden sind. Es gebe Lebensmittelhandelsketten, die wegen der Bleiverseuchung jegliches Wildfleisch aus den Regalen nahmen.

Die Ursache ist Bleimunition. Das Potsdamer Agrarministerium hat nun angekündigt, solche Munition zum 1. April 2013 zu verbieten. Allerdings nicht überall. Zunächst dürfen Förster und ihre zahlenden Jagdgäste nur in den 274 460 Hektar Wald, die dem Land selbst gehören, nicht mehr mit Bleimunition ballern. Überall sonst können die Jäger frei entscheiden, welche Geschosse sie verwenden. 91 Prozent des brandenburgischen Waldes sind also von dem Verbot nicht betroffen.

Darum spricht die Bundestagsabgeordnete Cornelia Behm (Grüne) von einem großen Schritt in Richtung bleifreie Jagd, den sie begrüßt. Gleichzeitig erklärt Behm aber, sie hätte sich ein früheres Datum vorstellen können. Außerdem ermuntert sie das Agrarministerium, möglichst schnell ein generelles Verbot der Jagd mit Bleimunition zu erlassen.

Nach Angaben des NABU gefährdet die Bleimunition nicht nur Menschen, sondern darüber hinaus Greifvögel wie den Seeadler. Wenn die Vögel von erlegtem Wild fressen, das liegen gelassen wurde, schädige das dabei verzehrte Blei ihr Nervensystem. Die Folge könne ein qualvoller Erstickungstod sein. Mit der Nahrung aufgenommene Reste von Bleimunition seien die häufigste Todesursache märkischer Seeadler, erläutert Experte Brücher. Die Auflage, Reste der erlegten Beute zu vergraben, habe nichts gebracht. Weiterhin seien viele vergiftete Tiere tot aufgefunden worden oder sie mussten mit hohem Aufwand in einer Tierklinik versorgt werden, bemerkt Brücher.

Wegen der bekannten negativen Folgen bleihaltiger Geschosse für Mensch und Tier hatte Brandenburg die Jagd mit dieser Munition im Landesforst bereits im Jahr 2005 schon einmal verboten. Doch es gab Sicherheitsbedenken gegen die bleifreie Munition. Durch Abpraller bestehe die Gefahr, dass sich Jäger verletzen, hieß es. Es ereigneten sich tatsächlich Unfälle. Darum ruderte das Land zurück und entschied 2008 anders. Nun war umgekehrt die bleifreie Munition untersagt. Es stand dabei die Frage, ob wirklich das Material für die Unfälle verantwortlich war oder nicht vielmehr die Konstruktion der Geschosse.

Nach Darstellung von Agrarminister Jörg Vogelsänger (SPD) konnten die Bedenken gegen die bleifreie Munition inzwischen weitgehend ausgeräumt werden. Dies sei durch eine Studie der Deutschen Versuchs- und Prüfanstalt für Jagd- und Sportwaffen geschehen. Die Ergebnisse wurden am 17. Mai im Bundesagrarministerium vorgestellt. Hernach sei zum 1. Juni die bleifreie Munition wieder zugelassen worden. Nun will Brandenburg den nächsten Schritt gehen und die Bleimunition im Landeswald ab April 2013 verbieten.

Der Landtagsabgeordnete Gregor Beyer (FDP) begrüßt dies. Der Entschluss sei längst überfällig gewesen. »Als Jäger kann ich allen Kollegen nur empfehlen, auf bleihaltige Munition schon jetzt freiwillig zu verzichten«, sagt Beyer. Er leitete das NABU-Naturerlebniszentrum Blumberger Mühle, bevor er 2009 in den Landtag einzog. Beyer selbst verwendet bereits seit sechs Jahren ausschließlich bleifreie Munition.

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