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Von Andreas Fritsche
22.12.2011
Brandenburg

Unnötiger Umweg zum Flughafen

Über den Bahnhof Potsdam-Pirschheide wäre Schönefeld bequemer zu erreichen

Wer aus Potsdam-Mittelmark oder Teltow-Fläming mit der Bahn zum Flughafen Schönefeld will, der muss erst einmal nach Norden, nach Potsdam oder Berlin hineinfahren, dort umsteigen und dann zurück zum südlich gelegenen Airport. Besonders ärgerlich ist das für Einwohner von Städten wie Luckenwalde und Jüterbog, denn früher hatten sie eine direkte Verbindung.

Gestern diskutierten Verkehrsexperten und Kommunalpolitiker im Landtag, was getan werden könnte, um die beiden Landkreise besser an den neuen Großflughafen anzubinden. Eingelanden hatte die Linksfraktion. Die Idee eines solchen Termins hatte die Abgeordnete Kornelia Wehlan. Auch ihr Fraktionskollege Andreas Bernig beteiligte sich.

Ein Ausgangspunkt der Überlegungen war die Tatsache, dass Busse durchschnittlich maximal 45 Kilometer in der Stunde schaffen. Regionalzüge sind schneller. Sie bringen es auf eine Durchschnittsgeschwindigkeit von 75 Stundenkilometern. Jörg Podzuweit von der Eisenbahnverkehrsgewerkschaft EVG sieht eine »ideale Voraussetzung«, den Süden und Südwesten Brandenburgs an den Airport anzubinden - den Berliner Außenring, der in der Zeit der Teilung der Hauptstadt dazu diente, Westberlin zu umgehen. Damit mehr Fahrgäste zusteigen und bequemer nach Schönefeld gelangen können, müssten nach Podzuweits Ansicht der Bahnhof Bergholz sowie der obere Abschnitt des Bahnhofs Potsdam-Pirschheide reaktiviert werden. Außerdem wäre ein neuer Bahnhof am Genshagener Kreuz zu errichten.

Das würde insgesamt 20,4 Millionen Euro kosten, rechnete der Gewerkschafter vor. Bei einer vergleichbaren Summe wäre ein Autobahnanschluss längst gebaut, meinte er. Profitieren würden 250 000 Bürger, darunter die Einwohner von Brandenburg/Havel, Velten, Hennigsdorf und Michendorf sowie die Bewohner der Potsdamer Stadtteile Schlaatz, Drewitz und Waldstadt.

Den oberen Bahnhof Potsdam-Pirschheide wieder zu nutzen, könnte sich auszahlen, zum Beispiel auch, weil dort das Umsteigen in Straßenbahnen möglich wäre, bestätigte Bernd Arm vom Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg (VBB). Eine Studie der Spreeplan Verkehr GmbH habe empfohlen, die Reaktivierung im Auge zu behalten. Die Kosten in Höhe von 2,2 Millionen Euro wären wirtschaftlich vertretbar. Dagegen lohne sich die Wiederbelebung des Bahnhofs Bergholz nicht. 250 Fahrgäste würden dort täglich ein- oder aussteigen, sagte Arm. Wegen des zusätzlichen Zwischenstopps müssten jedoch 5000 Reisende, die nach Berlin möchten, eine um sieben Minuten längere Fahrzeit in Kauf nehmen. Auch der Neubau von Bahnhöfen in Nuthetal und Diedersdorf wäre unwirtschaftlich.

In Regionalzügen in Berlin und Brandenburg sind inzwischen täglich mehr als 125 000 Reisende unterwegs. 1994 lag der Wert noch bei unter 70 000. Doch 95 Prozent der Fahrgäste wollen zur Arbeit nach Berlin oder Potsdam und zurück. Für sie müsse man investieren, so wie es im Fall der Verbindung Berlin-Cottbus geschehen sei. Die Strecke wurde so ausgebaut, dass die Züge auf Tempo 160 beschleunigen können und ihr Ziel 20 Minuten früher erreichen. Die meisten Pendler kommen von Osten nach Berlin, gefolgt von denen aus dem Westen und aus dem Norden. Die südliche Querverbindung von Michendorf nach Schönefeld sei dagegen wenig gefragt, erklärte Arm. Die hier verkehrende Regionalbahn zähle nur 600 Reisende täglich. Dabei gebe es noch die Gefahr, dass der Bund Strecken mit weniger als 1000 Fahrgästen künftig nicht mehr finanziert.

Solche Erwägungen sorgen für Unmut. Den Nachteil haben die Bürger. Der Umwelt tut es auch nicht gut, wenn statt der Eisenbahn nur Busse fahren. Dabei besteht die Hoffnung, dass bei attraktiven Zugverbindungen die Autos stehen gelassen werden.

Jüterbogs Bürgermeister Arne Raue verspricht sich von einer besseren Anbindung an den Großflughafen, dass Familien angelockt werden, sich in der Stadt niederzulassen. Benötigt werde eine günstige Bahnverbindungen zum Arbeitsplatz, denn in der Gegend selbst sieht es mit Jobs schlecht aus.

Bernd Arm verwies darauf, dass die frühere direkte Verbindung von Jüterbog nach Schönefeld dem damals nötigen Umweg nach Berlin geschuldet gewesen sei. Inzwischen fahre die Bahn auf direktem Wege über Berlin-Südkreuz ins Stadtzentrum - und sie verkehre jetzt häufiger. Dies sei für Pendler und für die Stadt Jüterbog eigentlich ein Vorteil.

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