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Sabine Zimmermann
Foto: LINKE
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nd: Frau Zimmermann, Sie wollen also weniger arbeiten?
Zimmermann: Nein, darum geht es nicht. Ich will, dass Arbeitnehmer die gesetzlichen Feiertage bekommen, die ihnen zustehen. Das ist aber nicht der Fall. Wenn wie jetzt Weihnachten und Neujahr auf einen Sonntag fallen, geht jeweils ein Tag verloren. Das ist nicht gerecht.
Es ist auf jeden Fall ärgerlich. Aber hat man wirklich einen Rechtsanspruch auf Feiertage? Ist es nicht einfach Pech?
Pech, ja so denken die meisten. Aber laut Grundgesetz sind Sonn- und Feiertage als Ruhetage gesetzlich geschützt. Sie sind wichtig zur Erholung, als Zeit für die Familie und Freunde, zum Nachdenken oder Abschalten vom Alltagsstress. Ich möchte deshalb, dass Arbeitnehmer entfallene Feiertage durch einen Ausgleichstag wiederkriegen. In anderen Ländern passiert das. In Großbritannien zum Beispiel. Wenn dort Feiertage auf einen Sonnabend oder Sonntag fallen, ist der darauffolgende Werktag frei. Selbst in den USA, die ja arbeitnehmerrechtlich sonst nicht gerade vorbildlich sind, werden Feiertage, die auf das Wochenende fallen, entweder am Freitag davor oder am Montag danach begangen.
Dafür gibt es weniger Urlaub.
Das ist kein Argument. Deutschland ist ein wirtschaftlich starkes Land. Davon sollten auch die Arbeitnehmer profitieren. Ein zusätzlicher freier Tag ist da nur legitim.
Sie haben nachgerechnet. In diesem Jahr gingen drei freie Tage verloren, 2010 traf dies sogar vier der fünf Feiertage. Wie viel haben die Arbeitgeber dadurch gespart bzw. gewonnen?
Das durchschnittliche Bruttoinlandsprodukt beträgt täglich rechnerisch 9,8 Milliarden Euro.
Mal vier - das lohnt sich für die Unternehmen.
Aber klar. Gesetzliche Feiertage sind arbeitsfreie Tage, an denen aber der reguläre Lohn zu zahlen ist. So freut es die Arbeitgeber, wenn der Feiertag nicht auf einen Werktag, sondern einen arbeitsfreien Tag am Wochenende fällt. Für sie ist das ein Geschenk.
Die Bundesregierung hält nichts von ihrem Vorschlag. Dabei wäre so ein Gesetz sicher ausgesprochen populär. Wie erklären Sie sich die Ablehnung?
Das ist ganz einfach. Die Wirtschaft hat das Sagen, und deshalb wird so etwas nicht beschlossen. Es gab schon viele Angriffe auf Feiertage. Der Buß- und Bettag wurde 1995 abgeschafft, um die Arbeitgeber bei der Einführung der Pflegeversicherung nicht zu belasten. Während der Regierungszeit von Gerhard Schröder gab es ebenfalls wiederholt Vorstöße, Feiertage zu streichen. Die Begründung war immer, man müsse der schwächelnden Wirtschaft helfen.
Und, ist das für Sie gar kein Argument?
Es ist nicht überzeugend. So ist Bayern wirtschaftlich stark und hat zugleich die meisten Feiertage. Nämlich 13. Dagegen hat es dem armen Berlin oder dem strukturschwachen Schleswig-Holstein, wo es nur neun Feiertage gibt, auch nicht geholfen, dass die Menschen hier mehr arbeiten. Eigentlich müsste jetzt jemand klagen, dass ihm der zweite Weihnachtsfeiertag gestohlen wurde.
Fragen: Ines Wallrodt
Haben wir sonst keine Themen, über die man im Bereich Arbeit und soziales laut streiten müßte?! Zum Beispiel die Arbeitszeit und die Einhaltung von Pausen? Die Lohndifferenzierung in den einzelnen Branchen und zwischen Mann und Frau wie Jung und Alt....
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