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Mit viel Feuer ins neue Jahr

Über eine Million Berliner und Gäste feierten am Brandenburger Tor / Mehr Brände

(dpa/nd). Vergnügt, fröhlich und dabei vor allem friedlich hätten über eine Million Menschen den Start ins neue Jahr 2012 am Brandenburger Tor gefeiert, bilanzierte am Neujahrstag die »Silvester in Berlin Veranstaltungen GmbH«. Auf der zwei Kilometer langen Festmeile zwischen Brandenburger Tor, Riesenrad und Siegessäule konnten die Berliner und ihre Gäste aus dem In- und Ausland die Silvesternacht gebührend feiern. Ein Highlight und neu in diesem Jahr sei dabei das große Familienfest an der Siegessäule mit eigenem Höhenfeuerwerk gewesen.

Dann kam das große Aufräumen. Böllerreste, Sektflaschen, die morgendlichen Straßen und Plätze waren voller Partymüll. Nach der ausgelassenen Silvesternacht rückte die Berliner Stadtreinigung (BSR) zum großen Neujahrsputz aus. Seit 3 Uhr waren rund 620 Mitarbeiter unterwegs, um die Straßen zu säubern, sagte BSR-Sprecher Bernd Müller am Sonntagmorgen. Schwerpunkte seien wie in jedem Jahr die »publikumsrelevanten Bereiche sowie die Strecke des Berliner Neujahrslaufes«. Vor allem am Gendarmenmarkt, am Alexanderplatz, dem Hauptbahnhof und rund um den Bahnhof Zoo wurde der Müll weggeräumt. Die anderen Straßen Berlins sollen Müller zufolge in den kommenden Tagen folgen.

Feuerwehr und Polizei waren die ganze Nacht hindurch kaum zum Durchatmen gekommen, mussten aber nur selten zu größeren Einsätzen ausrücken. »Die Feier an Brandenburger Tor und Siegessäule lief völlig entspannt und friedlich ab«, sagte ein Feuerwehrsprecher am frühen Sonntagmorgen. 300 Einsätze verzeichneten die Retter trotzdem auf der Partymeile. 70 Menschen mussten in ein Krankenhaus gebracht werden.

In ganz Berlin rückte der Rettungsdienst zu 1135 Einsätzen aus. Die Feuerwehr meldete 397 Brände - und mit einem Zuwachs von 41 Prozent im Vergleich zum Vorjahr deutlich mehr als in der Silvesternacht 2010/11. Im gesamten Stadtgebiet rückte die Feuerwehr 1583 Mal und damit etwas öfter als im Vorjahr (1568) aus.

Das Unfallkrankenhaus Berlin verzeichnete 15 Schwerverletzte, die sich mit Böllern und Raketen verbrannt oder Teile von Fingern und Händen abgesprengt hatten. Schwerster Fall sei ein 32-Jähriger am frühen Abend gewesen, der mehr als sieben Stunden lang an der Hand operiert worden sei, sagte Sprecherin Angela Kijewski.

Auch die Einsatzwagen der Polizei waren zum Jahreswechsel viel unterwegs. »Zu unschönen Vorkommnissen kam es auf der Warschauer Brücke«, sagte ein Polizeisprecher. Dort seien aus einer größeren Menschengruppe Steine auf vorbeifahrende Funkwagen geworfen worden. Zwei Polizisten wurden von Glassplittern an den Augen verletzt und mussten ins Krankenhaus. Ebenfalls an der Warschauer Brücke in Berlin-Friedrichshain kam es zu einer Messerstecherei, bei der ein Mensch schwer verletzt wurde. Mehrmals mussten die Beamten Betrunkene auseinanderhalten.

Bereits kurz nach 20 Uhr am Silvesterabend war der Ausnahmezustand ausgerufen worden, sagte ein Polizeisprecher. »Das ist jedes Jahr so« und bedeute, dass die Berufsfeuerwehr es nicht mehr schaffe, selbst zu allen Notfällen zu fahren. Daher seien auch das Technische Hilfswerk und die Freiwillige Feuerwehr um Hilfe gebeten worden.

Als erstes Neujahrsbaby erblickte Aislinn Marie in Charlottenburg 0.19 Uhr das Licht der Welt.

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24.05.2012 | Katja Eichholz, David König und Olaf Präger

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