Angesichts von Milliardenüberschüssen der Kassen und im Gesundheitsfonds beginnt pünktlich im Januar erneut der Verteilungskampf, in dem sich 2012 als erste die Versicherer positionieren. Natürlich werden die Kliniken reagieren müssen, Ärzte, Pharma-Hersteller und Apotheker folgen dann in schöner Regelmäßigkeit. Die Patienten? Werden selten gefragt und dürfen auf jeden Fall zahlen.
Das aber ist nicht das einzige Dilemma: Krankenhäuser gelten immer häufiger dann als rentabel, wenn sie die angehäufte Gerätemedizin extensiv abrechnen. Unter dem Strich dürfte das nicht mehr Gesundheit bedeuten, denn der überdiagnostizierte Patient ist weder versorgt noch geheilt. Hinzu kommen wachsende Versorgungslücken und teilweise schon chaotische Zustände in Kliniken. Entlassungen von Patienten werden verzögert, weil kein Arzt Zeit hat, die erforderlichen Papiere zu schreiben. Bei Pflegekräften wächst die Burnout-Rate, die Personalschlüssel verschlechtern sich.
Die von der Barmer GEK geforderten Strukturreformen wären also durchaus notwendig. Wenn die Debatte aber nur dazu führt, dass die Vertreter der verschiedenen Gesundheitssparten mit dem Finger immer auf die anderen zeigen und so die eigenen Pfründe sichern wollen, verfehlt sie das Ziel erneut.
Aktuelle Ausgabe: 25.05.2012
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