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Von Fabian Lambeck 03.01.2012 / Titel

Billiges Jobwunder

Zahl der Beschäftigten auf Rekordniveau - Niedriglohnsektor boomt

2011 zählte das Statistische Bundesamt im Jahresdurchschnitt mehr als 41 Millionen Erwerbstätige mit Wohnort in Deutschland. Das ist neuer Rekord, verdankt sich aber auch der Tatsache, dass die Behörde Ein-Euro-Jobber oder Teilzeitbeschäftigte einbezieht.
Die Arbeit sucht vor allem Menschen, die billig sind. nd-
Die Arbeit sucht vor allem Menschen, die billig sind. nd-

Wie das Statistische Bundesamt am Montag meldete, waren im letzten Jahr so viele Menschen wie nie zuvor erwerbstätig. Den Angaben der Wiesbadener Behörde zufolge gingen 2011 im Jahresdurchschnitt 41,041 Millionen Menschen einer Arbeit nach. Das ist ein neuer Rekord und übertrifft damit selbst das bisherige Rekordjahr 2010 um 535 000 Arbeitnehmer bzw. 1,3 Prozent. Grund für den Boom sei die gute Konjunktur, hieß es aus der Statistik-Behörde.

Allerdings sind die Zahlen mit Vorsicht zu genießen. Denn Wiesbaden zählt alle mit - auch Ein-Euro-Jobber und Teilzeitbeschäftigte. Dabei verdienen die Betroffenen oftmals so wenig, dass sie weiterhin von staatlichen Leistungen abhängig sind. Lediglich 28,9 der 41 Millionen Erwerbstätigen sind sozialversicherungspflichtig beschäftigt.

Die arbeitsmarktpolitische Sprecherin der Linksfraktion, Sabine Zimmermann, betonte am Montag, dass »das angebliche Jobwunder« auf einem Boom bei den Billigjobs beruhe. In den vergangenen Jahren sei kaum mehr Arbeit geschaffen worden, kritisierte Zimmermann. Die Abgeordnete verwies auf Angaben der Bundesregierung, wonach die Zahl der Erwerbstätigen von 2002 bis 2010 zwar um 1,3 Millionen auf 40,5 Millionen gestiegen sei. »Legt man jedoch das Arbeitszeitvolumen zugrunde und rechnet dieses in Vollzeitstellen - sogenannte ›Vollzeitäquivalente‹ - um, ergibt sich ein rechnerisches Minus von 79 000 Stellen«, so Zimmermann.

Dass viele Erwerbstätige zu miesen Konditionen arbeiten, belegen auch Zahlen der Bundesagentur für Arbeit (BA). Demnach wird die amtliche Niedriglohnschwelle »von mehr als 20 Prozent der Arbeitnehmer unterschritten«. Jeder Fünfte bezieht also Niedriglohn.

Interessant auch: Neue Jobs entstanden vor allem im Dienstleistungssektor. Hier stieg die Zahl der Erwerbstätigen um 357 000 gegenüber 2010. Gegenwärtig sind mehr als 73 Prozent aller Arbeitnehmer in dieser Branche tätig. Das größte Stellenplus verzeichneten die sogenannten unternehmensnahen Dienstleistungen inklusive Zeitarbeit mit einem Plus von 214 000 Erwerbstätigen. Die Leiharbeit boomt: So teilte die BA am Montag mit, dass mittlerweile jede dritte freie Stelle aus der Zeitarbeitsbranche komme.

Zudem konnte die Bundesagentur ebenfalls einen Rekord vermelden: Zum Jahresende 2011 habe es in Deutschland so viele freie Stellen wie nie zuvor gegeben. Insbesondere Groß- und Einzelhandel, Baufirmen und die Gastronomie suchten neue Mitarbeiter. Allesamt Branchen, die für ihr niedriges Lohnniveau berüchtigt sind.

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1 Kommentar zu diesem Artikel

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  • Rotspoon, 03. Jan 2012 12:16

    Wahrscheinlich untersteht die "Arbeitsagentur"

    DIREKT dem Ministerium für Agitation und Propaganda

    • Permalink

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