Was würden wir nur ohne unseren Bundesverkehrsminister machen? Wir würden das Geschehen auf der Straße völlig falsch interpretieren. Die gestiegene Zahl der Verkehrstoten ist gar nicht darauf zurückzuführen, dass der latent cholerische Wagenlenker von der Autoindustrie immer mehr PS unter die Motorhaube gepackt kriegt, dass der Güterverkehr weitgehend auf die Straße verlegt ist, dass Lasterfahrer zunehmend unter Zeitdruck stehen. Nein, klärt uns der Ramsauer Peter auf, es ist ganz anders: Die Fußgänger sind schuld, wenn sie, Musik über Kopfhörer hörend, bei Grün die Straße überqueren und dann von einem um die Ecke brausenden Zwei-Tonner-SUV zermatscht werden. Ja, ja, und gewiss wird der Straßenausbauminister morgen erklären, wenn es zu Unfällen mit den umstrittenen Gigalinern kommt, kann dies nur daran liegen, dass im Führerhaus zu laut Gunter Gabriel lief. Und übermorgen wird er als Bahnoberaufseher erläutern, die Probleme bei der Berliner S-Bahn seien auf Fahrer zurückzuführen, die sich verzweifelt über Funk mit der Leitstelle zu verständigen suchten. Lieber Herr Ramsauer, bitte lassen Sie sich vor dem nächsten Interview mal quer durchs Land chauffieren - und machen dabei die Augen auf!
Aktuelle Ausgabe: 22.05.2012
"Eine äusserst gefährliche Entwicklung"
US-Kriegsveteranen demonstrieren gegen das Kriegsbündnis
Preis: 3,50 €
Preis: 4,00 €
Werbung:
Werbung: