14.01.2012

Jebsen und rbb wollen sich einigen

(epd). Der nach Antisemitismus-Vorwürfen gekündigte Radiomoderator Ken Jebsen will den Streit mit dem Rundfunk Berlin-Brandenburg (rbb) nun doch außergerichtlich beilegen. Der Antrag des Klägers auf Aufhebung des für kommenden Montag vorgesehenen Gütetermins sei am Freitag von der zuständigen Richterin unterzeichnet worden, sagte die Direktorin des Arbeitsgerichts Potsdam, Hilde Fuhrmann, am Freitag. Beide Seiten hätten erklärt, in außergerichtliche Vergleichsverhandlungen einzutreten.

Zuletzt war der ursprünglich für Montag geplante Gütetermin vor dem Arbeitsgericht Potsdam auf den 16. Januar verschoben worden. Die Anwälte Jebsens halten die Beendigung der Zusammenarbeit mit dem freien Mitarbeiter für rechtswidrig, weil keine Kündigungsgründe vorlägen. Der Vorwurf einer »Nichteinhaltung journalistischer Standards« werde nicht näher erläutert.

Der RBB hatte die Zusammenarbeit mit dem 45-jährigen Moderator beendet, weil dieser sich bei seiner Hörfunksendung »KenFM« auf der Jugendwelle Fritz nicht an Absprachen gehalten haben soll. Der Publizist Henryk M. Broder hatte Jebsen zuvor vorgeworfen, er habe antisemitische Äußerungen getätigt. Der Moderator hatte dies bestritten. Nach Bekanntwerden der Vorwürfe wurde Jebsens Sendung am 6. November kurzfristig ausgesetzt. Stattdessen lief vier Stunden lang unkommentiert Musik. Danach gab der RBB zunächst die Weiterführung der Sendung unter Auflagen bekannt, bis es zur endgültigen Trennung von Jebsen kam.

Jebsen hat inzwischen angekündigt, er wolle seine Sendung in Zukunft in »einhundertprozentiger Unabhängigkeit« produzieren. In einem auf YouTube veröffentlichten Spendenaufruf sagte er: »Wir wollen nicht zurück zum RBB. Wir wollen eine Alternative sein.« Er wolle eine Plattform im Internet gründen, auf der Beiträge, Interviews und Kommentare zu hören und sehen sein sollen. Das gespendete Geld solle »ausschließlich in Inhalte« investiert werden.

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