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Bürgerfest bei der Staatssicherheit

5000 Menschen in ehemaliger Zentrale / Kürzere Wartezeiten bei Akteneinsicht angestrebt

(epd). Der Chef der Stasi-Unterlagenbehörde Roland Jahn will die Wartezeiten bis zur Akteneinsicht verkürzen. Dass Betroffene bis zu zwei Jahren warten müssten, bevor sie ihre Stasi-Akte sehen, sei viel zu lang, sagte Jahn am Samstag in Berlin zum 20-jährigen Jubiläum der ersten Alteneinsicht in der ehemaligen Zentrale der DDR-Staatssicherheit. Trotz der geplanten Personaleinsparung in seinem Haus müssten die Bürger schneller bedient werden.

Zum schnelleren Abbau des Aktenstaus sollen deshalb innerhalb der Stasi-Unterlagenbehörde 37 Personalstellen umgesetzt werden. Im vergangenen Jahr wurden rund 80 000 Anträge auf persönliche Akteneinsicht gestellt. Hinzu kamen 2011 rund 1500 Anträge von Medien und Forschungseinrichtungen sowie mehr als 25 000 Ersuchen öffentlicher Stellen.

Zur Wiedereröffnung des sanierten Stasi-Museums am Samstag besuchten rund 5000 Menschen die ehemalige Stasi-Zentrale im Berliner Stadtteil Lichtenberg. Unter dem Motto »Wissen wie es war« informierten sie sich in einer Ausstellung, bei Vorträgen und Gesprächsrunden sowie in einer Beratungsstelle über die Arbeit der Stasi-Unterlagenbehörde und des früheren DDR-Ministeriums für Staatssicherheit.

Die frühere Bundesbeauftragte der Stasi-Unterlagenbehörde, Marianne Birthler, nannte als wichtige Aufgabe die Zusammenarbeit der Behörde mit der Stiftung Aufarbeitung auf internationaler Ebene. Der erste Behördenleiter Joachim Gauck bestärkte Jahn darin, mit der Stasi-Unterlagenbehörde weiter »Apotheke gegen Nostalgie« zu bleiben. Jahn verteidigte erneut die geplante Versetzung von ehemaligen Stasi-Mitarbeitern aus seiner Behörde.

Der ehemalige ARD-Journalist würdigte gegenüber epd das vor rund 20 Jahren in Kraft getretene Stasi-Unterlagengesetz als Erfolgsgeschichte. Einerseits sei es gelungen, den Datenschutz zu wahren, andererseits aber Transparenz über das Funktionieren des Ministeriums für Staatssicherheit herzustellen.

Zudem plädierte der ehemalige DDR-Bürgerrechtler dafür, beim Thema DDR-Staatssicherheit keine Schwarz-Weiß-Malerei zu betreiben. Insgesamt müsse man von den Schubladen Opfer und Täter wegkommen. »Wir sollten in Zukunft mehr die Chance nutzen, mit Hilfe der Stasi-Akten einen differenzierten Blick auf die Zusammenhänge und Biografien zu werfen«, sagte Jahn.

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