Eigentlich hatte das Jahr für Airbus gar nicht so gut begonnen. Die australische Fluggesellschaft Qantas und ihre asiatische Rivalin Singapore Airlines klagten über kleine Risse an den Tragflächen ihrer A 380-Flug-Giganten. Eiligst tat Airbus kund, dass dies keinerlei Einfluss auf die Sicherheit habe. Lufthansa sekundierte und stellte fest, bei ihren acht A 380 habe man bislang keine derartigen Mängel festgestellt.
Risse, Triebwerkspannen und andere »Unpässlichkeiten« spielten am Dienstag keine Rolle, als Verkaufschef John Leahy bei der gemeinsamen Neujahrskonferenz mit dem Mutterkonzern EADS vom erfolgreichsten Jahr in der Unternehmensgeschichte sprach. Im Hamburger Werk hob man vor allem den derzeitigen Verkaufsschlager, den A 320neo aufs Podest. 1220 Maschinen dieses spritsparenden Mittelstreckenfliegers sind geordert, der damit zum »sich am schnellsten verkaufenden Flugzeugprojekt der Luftfahrtgeschichte« avancierte. Auch das größte Passagierflugzeug der Welt, der A 380, »läuft« besser als zu erwarten war.
Jüngster A 380-Kunde und Rabattgenießer im zweistelligen Millionenbereich ist Hong Kong Airlines. Der Konzern will zehn A 380 kaufen. Verhandelt wurde schon im Sommer auf der Luftfahrtmesse in Le Bourget. Doch Chinas Regierung hat im Streit um den EU- Emissionshandel gepokert. Seit dem 1. Januar brauchen Airlines zur Teilnahme am Emissionshandelssystem (ETS) Lizenzen für den Ausstoß von Treibhausgasen, wenn sie von, nach oder innerhalb von Europa fliegen. Rund 85 Prozent der CO2-Verschmutzungsrechte sind ihnen kostenlos zugeteilt worden, den Rest müssen sie zukaufen. Bezahlt wird aber erst im Sommer.
Insgesamt hat Airbus im vergangenen Jahr 534 Flugzeuge ausgeliefert. Unterm Strich steht für 2011 ein Umsatz von rund 110 Milliarden Euro. Angesichts solcher optimistischen Zahlen legte Leahy eine weitere positive Zahl auf den Tisch. Im laufenden Jahr sollen rund 4000 Mitarbeiter eingestellt werden. Damit knüpft man fast an die Zahl von 4500 im vergangenen Jahr an und erhöht die Zahl der weltweit Beschäftigten auf 55 000.
Die norddeutschen Airbus-Werke gelten als profitabel und sollen laut EADS-Chef Louis Gallois auch unter seinem Nachfolger, dem deutschen Manager Thomas Enders, erhalten bleiben. Anders geht das Sparprogramm »Power 8« mit Flugzeugbauern in Frankreich und Großbritannien um. Dort will man Werke verkaufen oder schließen.
Aktuelle Ausgabe: 24.05.2012
Produktionsstart für A 350 Unsichere Zukunft für Hightech-Jet von Airbus – Boeing hat die Nase vorn
Lieferschwierigkeiten bei Airbus und Boeing Gesenkte Planziele und fehlende Triebwerke
Preis: 14,95 €
Preis: 10,80 €
Werbung:
Werbung: