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Von Klaus Teßmann
18.01.2012

Viele Formen des Gedenkens

Fraktionen finden zur Ehrung der Nazi-Opfer in Marzahn-Hellersdorf doch zusammen

An der Stele für die Zwangsarbeiter auf dem Parkfriedhof in Marzahn-Hellersdorf werden sich am kommenden Samstag wieder viele Menschen versammeln, um der Opfer des Nationalsozialismus zu gedenken. Der Heimatverein und die Bezirksverordnetenversammlung (BVV) haben gemeinsam zu dieser Veranstaltung zum Gedenktag für die Opfer des Nationalsozialismus am 27. Januar eingeladen.

In unmittelbarer Nachbarschaft erinnern Gräber an die Zwangsarbeiter aus vielen Ländern Europas und an die Kinder der Zwangsarbeiter, die während der Zeit des Nationalsozialismus ums Leben kamen. Seit kurzem gibt es auch den Gedenkort für die Sinti und Roma, die 1936 in das »Zigeunerlager« umgesiedelt wurden. Viele von ihnen wurden in Konzentrationslagern ermordet.

Auch die Bezirksverordneten werden vor der nächsten Sitzung am 26. Januar in einer Gedenkstunde an die Opfer von Faschismus und Krieg erinnern. Um diese beiden Veranstaltungen gab es im Vorfeld viele Probleme. Doch rechtzeitig vor der Bezirksverordnetenversammlung im Dezember einigten sich die Volksvertreter in den Fraktionen auf die gemeinsamen Veranstaltungen.

Der Fraktionsvorsitzende der LINKEN in der BVV, Klaus-Jürgen Dahler, verwies darauf, dass seiner Partei der persönliche Kontakt zu den Überlebenden des Nationalsozialismus sehr wichtig ist. Dahler erinnerte daran, dass es in Berlin seit 1945 diese Gedenkveranstaltungen gibt. Nach der politischen Wende sei es ein Vorsteher der CDU gewesen, der in der neugewählten Bezirksverordnetenversammlung auch für Marzahn-Hellersdorf diese Tradition begonnen habe.

Dahler möchte an diesen Traditionen festhalten und wird bei den anderen Parteien dafür werben. Dazu gehört nicht nur der Gedenktag im Januar, mit dem an die Befreiung des KZ Auschwitz im Januar 1944 erinnert wird, sondern auch die Lesungen zum Weltfriedenstag am 1. September. In diesem Zusammenhang verwies der Fraktionsvorsitzende der LINKEN an die Aktion des Kulturrings Berlin e.V. »Lesen gegen das Vergessen«. Dahler will auch weiter mit der Vorsteherin der BVV, Kathrin Bernikas (CDU), den Dialog führen: »Uns ist es wichtig, solche Veranstaltungen weiterzuführen.«

Auch für die Fraktion der CDU in der BVV sei der Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus wichtig, erklärte der Fraktionsvorsitzende Carsten Wilke. »Er bietet Anlass zum Erinnern, zum Gedenken, zum Trauern und zum Mahnen.« Die CDU wende sich nur »gegen eine Instrumentalisierung« solcher Gedenktage, um sie »für andere Unterdrückungsideologien zu glorifizieren«.

Gedenken an die Opfer sind für Wilke »wichtig und auch zeitgemäß«. Er geht davon aus, »dass die BVV-Vorsteherin Kathrin Bernikas zur Bezirksverordnetenversammlung am 26. Januar eine würdige Veranstaltung mit neuen Ideen durchführen wird«. Für die CDU sei die BVV der richtige Ort, denn dort »betätigen sich nachfolgende Generationen im Ehrenamt als frei gewählte Verordnete«. Die gelebte Demokratie sei die »geeignetste Form, um der Gefahr von Schreckens- und Gewaltherrschaft vorzubeugen«, so Carsten Wilke.

Der Bürgermeister von Marzahn-Hellersdorf, Stefan Komoß (SPD), verwies in diesem Zusammenhang auf die Terroranschläge von Neonazis in vielen Teilen Deutschlands. »Alle demokratischen Kräfte müssen zusammenhalten«, erklärte Komoß und meinte damit nicht nur die Parteien, sondern auch gesellschaftliche Organisationen. Es muss eine Debatte geführt werden, »die schließlich zum Verbot der NPD führt«. Für Komoß ist dieses Thema viel zu schnell wieder aus den Medien verschwunden. »Es ist erschütternd, dass Neonazis morden können.«

Gemeinsame Gedenkveranstaltung der BVV und des Heimatvereins Marzahn-Hellersdorf am Samstag, 21.1., 11 Uhr, Parkfriedhof Marzahn, Wiesenburger Weg. Am 26. Januar lädt die BVV die Vertreter von Verbänden der Opfer des Nationalsozialismus zu einer Gedenkstunde im Freizeitforum Marzahn, Marzahner Promenade 55.

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