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Von Sebastian Raabe und Stefan Bauer, dpa
19.01.2012

Druckindustrie schwer unter Druck

Digitalisierung bescherte der Branche die Krise

Während wenigstens ein Teil der Beschäftigten von Manroland auf Rettung hoffen darf, bleiben die Probleme in der Druckindustrie. Die traditionsreiche Branche steckt seit Jahren tief in der Krise.

Die Pleite von Manroland im vergangenen November kam unerwartet, aber nicht gänzlich überraschend. Die Druckindustrie steckt seit Jahren tief in der Krise. Vom Glanz früherer Jahre ist in der einstigen Vorzeigesparte des deutschen Maschinenbaus nicht mehr viel geblieben. Tausende Stellen wurden bereits gestrichen. Und während in Augsburg Insolvenzverwalter, Gläubiger und Bieter um das Schicksal von Manroland rangen, schreckte Heidelberger Druck mit einer neuen Hiobsbotschaft auf. Wieder müssen 2000 Stellen weg. Auch wenn ein Käufer für Manroland gefunden wurde, ist das Unternehmen wohl längst nicht über den Berg. Und es scheint ausgemacht, dass Hunderte ihren Job verlieren werden.

Insgesamt hat der deutsche Maschinenbau die vergangene Finanz- und Wirtschaftskrise im Sog der Lehman-Pleite gut überstanden. Etliche Firmen stehen heute besser da als je zuvor. Die Druckmaschinenbauer sind allerdings nie wieder richtig auf die Beine gekommen. In der Konjunkturflaute brach der Werbedruck und damit der Bedarf an Neumaschinen ein. Mit dem Anziehen der Konjunktur wuchsen zwar die Werbebudgets wieder, aber mit der Digitalisierung in den Medien und dem Siegeszug von Smartphones und Tabletcomputern kam vom Aufschwung nur wenig bei den Druckereien an. Betroffen sind vor allem Bogendruckmaschinen, eine Spezialität von Heideldruck. Manroland fertigt solche Maschinen im hessischen Offenbach.

Zudem leiden Unternehmen wie Manroland, das am Standort in Augsburg auch große Rollenanlagen für den Zeitungsdruck produziert, unter den in den USA und Europa stetig sinkenden Auflagen der Tagespresse. Zwar wächst aller Digitalisierung zum Trotz die Nachfrage nach solchen Anlagen etwa in Indien, China oder Südamerika. Dort gibt es vor allem kleine und mittelständische Druckereien, die einfache, billige Maschinen nachfragen. Doch diese Umsätze kompensieren längst nicht das Minus etwa in Europa.

Branchenprimus Heideldruck hat sich längst vom Rollendruck verabschiedet. Die angeschlagenen Badener konzentrieren sich auf den Bogen- und Verpackungsdruck. Der Markt schrumpft, Überkapazitäten machen dem Unternehmen das Leben schwer und sorgen für triste Zahlen. Auch deshalb galt Heideldruck eigentlich nie als möglicher Käufer für Teile von Manroland. »Ich sehe für uns dort im Moment keinen Bewegungsspielraum«, sagte Vorstandschef Bernhard Schreier am Dienstag, nachdem er ankündigte, zusätzlich zum Abbau tausender Stellen die Kapazitäten in der Produktion und dem Vertrieb stark zurückzufahren.

Seit 2008 hat der Konzern schon rund 4000 Jobs abgebaut und beschäftigte Ende 2011 noch 15 666 Mitarbeiter. Heidelberger Druck schreibt bereits seit geraumer Zeit Verluste und konnte sich auf dem Höhepunkt der Krise nur mit einer öffentlichen Bürgschaft über Wasser halten.

Zu allem kommt ein eher ungewöhnliches Problem: die Qualität der Produkte. Druckmaschinen sind langlebig. In nicht wenigen Druckereien stehen noch Maschinen aus den 1950er Jahren, die noch für einfache Aufgaben genutzt werden. Umsatz bringen hier die Serviceleistungen und Ersatzteile. Dies kann aber die mehreren Millionen, die eine neue Maschine einbringen würde, nicht ersetzen.

Es scheint wenig wahrscheinlich, dass sich in den kommenden Jahren viel an den Problemen ändern wird. Und auch der Preiskampf dürfte sich künftig weiter verschärfen.

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