Berlin (dpa). Mehrere tausend Menschen haben am Sonnabend in Berlin gegen Fluglärm und gegen einen Ausbau des Flughafens Schönefeld zum Drehkreuz demonstriert. »Wir sind hier und wir sind laut, weil man uns die Ruhe klaut«, riefen die Teilnehmer immer wieder. Sie pfiffen und schlugen Trommeln. Sie trugen Plakate mit Aufschriften wie »Fluglärm kann tödlich sein«, »Gesunder Schlaf ist Menschenrecht« und »Gestern belogen - heute überflogen«.
Nach Angaben des Veranstalters, des Aktionsbündnisses Berlin-Brandenburg, waren etwa 8000 bis 9000 Menschen gekommen. Die Polizei sprach von mehreren tausend Teilnehmern. Die Demonstranten forderten unter anderem ein absolutes Nachtflugverbot von 22 bis 6 Uhr morgens. »Das internationale Drehkreuz darf nicht kommen«, sagte Werner Gerhardt vom Aktionsbündnis. »Fluglärm macht krank, das wissen alle.« Das Bündnis werde sich mit Bürgerinitiativen gegen den Ausbau der Flughäfen Frankfurt und München koordinieren.
Sabine Plettner von der Bürgerinitiative Lichtenrade/Mahlow-Nord sagte, sie fühle sich betrogen. Im September 2010 habe die Deutsche Flugsicherung Flugrouten vorgestellt, die völlig anders verliefen als bis dahin geplant. »Ich bin hier, weil ich kein Drehkreuz will und nachts meine Ruhe haben will«, meinte eine 57-Jährige, die sich ein Schild mit der Aufschrift »Der Müggelsee ist überall« um den Hals gehängt hatte. Auf den Regenschirm prangte in fetten Buchstaben: »Großflughafen Schönefeld nein«.
Seit Monaten hieß es am neuen Berliner Flughafen intern: Es gibt Probleme, aber wir schaffen das. Nach der Verschiebung steht der Flughafen-Start jetzt in den Sternen. Rund um den neuen Flughafen Berlin Brandenburg häufen sich die Probleme - die wieder einmal geplatzte Eröffnung ist nicht das einzige.
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