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Mehr als ein Nadelstich

Kommentar von Haidy Damm

Nach den Atommülltransporten aus dem französischen La Hague folgen in den kommenden Jahren hauptsächlich Castortransporte aus dem britischen Sellafield. Da war es absehbar, dass die norddeutschen Häfen wieder in den Fokus rücken. Zwar wurden über Bremen und Hamburg auch in den vergangenen Jahren Atomtransporte abgewickelt, allerdings ohne größere Proteste. Das dürfte bei den anstehenden Castortransporten nach Gorleben anders sein. Häfen sind ein Nadelöhr und die »sensible Logistik«, wie in der Bürgerschaftsdebatte betont wurde, könnte empfindlich gestört werden. Auch deshalb sollen die Transporte nicht über die Bremer Häfen gehen.

Mit ihrer Entscheidung ist die Hansestadt weder allein noch einzigartig. Bereits seit den 1990er Jahren haben zahlreiche Städte an der Nordseeküste ihre Häfen für Atomtransporte gesperrt. Doch ohne Bremen und Hamburg, wo Atommüll weiter umgeschlagen wurde, waren die Ratsbeschlüsse der kleineren Städte nicht mehr als Nadelstiche. In der Debatte wurde den Befürwortern des Verbotes von Seiten der CDU vorgeworfen, Bremen verhalte sich mit der Entscheidung unsolidarisch gegenüber den anderen Hafenstädten, die stattdessen die »Last des Atomausstiegs« tragen müssten. Das Gegenteil ist der Fall. Jetzt endlich kommt die Debatte auch in Bremen in Fahrt. Letztlich zeigt sich die Stadt damit solidarisch mit den Protesten der kleineren Hafenstädte.

Dieser Artikel gehört zu folgenden Dossiers:

  • Deutscher Ausstieg aus der Atomkraft

    Nach Laufzeitverlängerung vom Herbst 2010, zeitweiligem Moratorium nach der Havarie von Fukushima in Japan nun die dritte Wende in Sachen Atompolitik der Bundesregierung - der erklärte Ausstieg bis 2022. Ist der Beschluss nachhaltig? Wohin kommen künftig die Atom-Abfälle?

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24.05.2012 | Katja Eichholz, David König und Olaf Präger

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