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Klaus Lipps ist Lehrer im Ruhestand. Mit ihm sprach
Jörg Meyer.
Foto: privat
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nd: Was bedeutete für Sie der »Radikalenerlass«?
Lipps: Es fing 1974 an. Ich hatte gerade die Probezeit absolviert und normalerweise wurde man dann Beamter auf Lebenszeit und Studienrat. Da kamen die Regelanfrage beim Verfassungsschutz und die erste Anhörung. 1975 wurde ich entlassen. Ich habe geklagt und vor dem Verwaltungsgericht Karlsruhe und dem Verwaltungsgerichtshof gewonnen.
Und dann war Ruhe?
Nein. 1979 wurde ich erneut entlassen, der Grund war wieder meine DKP-Mitgliedschaft und die vorherige SDS-Mitgliedschaft. Da war ich noch immer Beamter auf Probe.
Eine lange Probezeit ...
... insgesamt 14 Jahre. 1982 habe ich wieder vor dem Verwaltungsgericht gewonnen. 1985 ist die Berufung des Landes abgeschmettert worden, 1986 die Revisionsbeschwerde. Damit war auch das zweite Berufsverbot vom Tisch. 1987 wurde ich Beamter und Studienrat.
Was versprechen Sie sich von der neuen Initiative?
Ich hätte gern, dass man sich entschuldigt. Auch meiner Familie gegenüber, meiner Frau, meiner großen Tochter, die das alles erlebt hat. Es waren 17 Jahre, in denen jedes Arschloch sagen konnte, ich sei ein Verfassungsfeind.
Es hatten nicht alle Ihr Durchhaltevermögen.
Das stimmt leider. Einige sind zerbrochen, das ging bis zum Selbstmord. Ein lieber Freund und Genosse von mir, ein Postler, der ist regelrecht »eingegangen« am Berufsverbot.
Sie haben damals auch breite Solidarität erfahren.
Ich hatte Rückhalt in meiner Familie. Es gab hier in Baden-Baden eine Initiative von Eltern, Schülern und SWR-Leuten - und die große Solidaritätsbewegung, die wir gebildet hatten. Unsere Waffe war das Öffentlichmachen. Wir hatten viel Unterstützung. Das lag auch daran, dass ich Lehrer war. Die Leute konnten sehen, dass ich die Kinder nicht pausenlos die Internationale habe singen lassen.
zum grossen Teil DKP-Mitglieder, aber auch andere aus anderen linken
Gruppen.
Erniedrigende Verfahren, tiefgehende persönliche Enttäuschungen, und natürlich große Schwierigkeiten, eine andere berufliche Möglichkeit zu finden.
Und warum das ganze? Um die in die pädagogischen Berufe drängenden
jungen Leute aus der 68er-Protest-Generation (von denen viele von gesellschaftlichen Veränderungen träumten) zu disziplinieren.
Was ja auch letztendlich gelungen ist.
Denn es gab nicht nur die Peitsche der Berufsverbote, sondern auch Zuckerbrot. Nämlich die hohen Gehaltststeigerungen für Lehrer.
Während man früher noch vom "armen Schulmeister" redete, "lohnte" es
sich jetzt, als Lehrer zu arbeiten.
Die eh schon guten Arbeitsbedingungen wie drei Monate Urlaub im Jahr,
nachmittags frei, wurden durch schöne Gehälter noch attraktiver.
Darüber reden die Damen und Herren natürlich nicht so gern.
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Und mal ehrlich - für wie viele Millionen Arbeitslose bedeutete und bedeutet
die Arbeitslosigkeit ebenfalls "Berufsverbot"?
Sehr viele junge Leute haben damals aus idealistischen Gründen Sozialpadagogik studiert, fanden dann aber keine Stelle in ihrem Beruf,
sondern mussten als Taxifahrer ihr Geld verdienen oder auf EDV-Berufe
umschulen. Wer schreibt über sie? Wer über die Menschen, die ihren
Beruf durch Arbeitslosigkeit nicht ausführen können?
Aber klar, die Ungerechtigkeit gegenüber den "edlen" Kommunisten ist
natürlich besonders ungerecht.
Hast ja Recht, guenter1952, aber heutzutage ist das ja alles ganz anders, heute kann sich nämlich jeder Hansel selbständig machen, wenn ihm sonst nix einfällt. Früher musste man Lehrer werden oder sich uniformieren lassen. Grins.
Wer hat die Zahlen bei der Hand?
Kommunistenverfolgung - Berufsverbote - Radikalenerlaß: Gegen wie viele Personen wurde ermittelt Wie viele waren betroffen? Wie viele wurden verurteilt? Wie hoch ist die Gesamtanzahl der verhängten Gefängnisjahre? Wo ist der Großteil der Gerichtsakten? Ein kleiner Teil wurde vor der Vernichtung in der JVA Wolfenbüttel gerettet
schön gewesen... aber ganz unbegründet war das alles auch nicht:
de.wikipedia.org/wiki/Gruppe_Ralf_Forster
Na das ist doch endlich wiedermal eine bildschöne Verschwörungstheorie. Cool. Gefällt mir. Kannte ich noch nicht.
sehe ich auch so, genau wie die RAF und deren Stasikontakte... alles Propaganda des Klassenfeindes
Die RAF gab es wirklich. Kontakte gab es auch. Nach 89 habe ich auch den kennen gelernt, der den Aufbau des Asylantenheims an der Oder geleitet hat. Es wa Reiner Zufall.
Allerspätestens seit 9/11 und allem was (nicht) folgte, haben sich die "Wahrheiten" der übriggebliebenen Meinungsmonopolisten von selbst desavouiert.
Aber was hat eine Märchengruppe Forster mit der RAF zu tun? Ein neuer Fall vielleicht für Hubertus knabe. Der macht da was draus, wette ich.
Im übrigen habe ich es zugegebenermaßen bisher noch nicht fertiggebracht, vor wikipedia, der Reinkarnation der Göttin Aletheia dem Ausbund an Seriosität, in Ehrfurcht zu erstarren.
Bitte hinter Aletheia ein "und" dazudenken. Sie ist die Göttin der Wahrheit. Der Gott der Seriostät muss noch erfunden werden, glaub' ich.
Habe immer die Übungsgranaten angefahren, Hälfte Brauner, Hälfte Weißer
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