Alexander Ludewig
30.01.2012

Heimlich

Einwurf von Alexander Ludewig

Im vergangenen September wurde die Occupy-Bewegung nahe der New Yorker Wall Street geboren. Da trifft es sich in diesen Tagen, dass der Deutsche Fußballbund seinen Sitz in der Finanzmetropole Frankfurt am Main hat.

»Occupy-DFB« hieß es am Freitag vor der Zentrale, wo der Berliner Sportjournalist Andreas Rüttenauer sein Zelt aufgeschlagen hatte. Drinnen tagte das 18-köpfige DFB-Präsidium und einigte sich auf Wolfgang Niersbach als Nachfolger für den scheidenden Präsidenten Theo Zwanziger. Am 2. März soll er von 261 Bundestagsdelegierten bestätigt werden.

Auch wenn Rüttenauers Gegenkandidatur chancenlos ist - sein Protest, ist richtig und unterstützenswert. Der DFB ist mit über 6,7 Millionen Mitgliedern der weltweit größte Sportfachverband. Die Entscheidungen trifft jedoch ein kleiner Machtzirkel hinter verschlossenen Türen. Heimlich - so wie Niersbach am Freitag durch die Hintertür kam und ging.

Dass Transparenz und Demokratie keineswegs nur utopische Ideen von Fußballromantikern sind, zeigen viele wohlwollende Reaktionen von Fans, Politikern und DFB-Funktionären, die die Vordertür nutzten. Weiter so!


Werbung in eigener Sache

Artikel weiterempfehlen und ausdrucken