Wenn Natururan für die Verwendung in Kernkraftwerken bearbeitet wird, entsteht dabei als Nebenprodukt in relativ großer Menge abgereichertes Uran, englisch: depleted uranium (DU). Dieser schwach radioaktive und chemisch-toxische Stoff ist wegen seiner hohen Dichte geeignet für panzerbrechende Munition und wird deshalb bei mehreren Waffensystemen verwendet. DU wurde von NATO-Staaten seit 1991 mindestens in Irak und auf dem Balkan eingesetzt. Alle angefragten Regierungen, auch die deutsche, bestreiten seitdem unbeabsichtigte Gesundheitsgefährdungen durch Rückstände dieser Munition und berufen sich dabei auf wissenschaftliche Studien.
Gegenläufige Stimmen berufen sich jedoch auch auf wissenschaftliche Erkenntnisse. So werde nicht berücksichtigt, dass beim Aufprall der Raketen Feinstaub entstehe, der sich später bei Dritten in den Lungen festsetze und im Blut in alle Körperteile gelangen könne. Obwohl DU nicht stark strahle, könne der sich so ergebende dauerhafte Kontakt mit Körperzellen Krebs bewirken. Zudem sei erwiesen, dass die Kombination von Radio- und Chemotoxizität besondere Risiken bedeute. Der Staub, vor dessen Gefährlichkeit die US-Armee seit Jahrzehnten intern warnt, ist nicht nur für Soldaten eine Gefahr, sondern etwa auch für die in Irak in Panzerwracks spielenden Kinder. rhu
Aktuelle Ausgabe: 24.05.2012
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