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Von Benjamin Beutler 06.02.2012 / Umwelt

Entengrütze im Titicaca-See

Südamerikas größtes Süßwasserreservoir ist »Bedrohter See des Jahres 2012«

Die deutsche Umweltstiftung »Global Nature Fund« (GNF) und die Initiative »Living Lakes« aus den USA haben anlässlich des Tages der Feuchtgebiete den Titicaca-See in Bolivien und Peru zum »Bedrohten See des Jahres 2012« erklärt.

Froschgrün ist die Bucht der Andenstadt Puno. Doch grün heißt nicht immer gesund. Klimawandel, Bergbau und Abwasser von über zwei Millionen Menschen - das sind die Hauptgefahren für den Titicaca-See. Im Rathaus der Regionalhauptstadt Puno, die sich mit ihren 120 000 Einwohnern zwischen zwei Hügeln an das karge Titicaca-Ufer schmiegt, informierte der Vorsitzende der peruanischen Umweltschutzorganisation CEDAS, Alberto Lescano Rivera, bei einer Pressekonferenz über die wichtigsten Umweltbedrohungen für den See. Rund zwei Prozent des Wassers seien bereits verschmutzt, der Rest sei aber noch sauber.

Welche Zukunft es zu verhindern gilt, ist vor der eigenen Haustür zu besichtigen. Punos Abwasser von Haushalten und Fabriken werden in den nördlichen Teil des Sees geleitet, nur 20 Prozent biologisch gereinigt. Der rasant gestiegene Nährstoffgehalt hat der Puno-Bucht eine üppige Wasserlinsen-Pest beschert.

Dass der Titicaca-See ein Gewässer der Extreme ist, wusste schon der Meeresforscher Jacques-Yves Cousteau. Anfang der 1970er tauchte der Franzose durch den heiligen Inka-See. Dabei beschrieb Cousteau auch den Titicaca-Riesenfrosch, der mit bis zu einem Kilogramm Gewicht zu den weltweit größten Fröschen zählt. Heute ist die seltene Art vom Aussterben bedroht.

Mit einer Fläche von 8300 Quadratkilometern ist der größte Süßwasser-See des Kontinents Lebensgrundlage für zwei Millionen Peruaner und Bolivianer im Altiplano-Hochland der Anden. Doch der Druck auf das Gewässer wächst. Abnehmende Wasserqualität und schrumpfende Artenvielfalt, nicht zuletzt des Fischreichtums, waren mit ausschlaggebend dafür, dass der Schutz des Titicaca-Sees nun stärker ins Licht der Öffentlichkeit gerückt werden soll. Zweifelsohne geht auch hier die größte Gefahr für Mensch und Natur vom Klimawandel aus. Folgen von Erderwärmung und abschmelzenden Andengletschern sind ein stetiger Rückgang des Wasserzuflusses und ein Anstieg der Wassertemperatur des Sees. Die dadurch geschrumpften Fischbestände lassen immer mehr Fischer auf Viehzucht und Ackerbau umsatteln, was wiederum negative Rückwirkungen auf den Wasserhaushalt des Seengebiets hat.

Langsam scheint auch die Politik zu reagieren. Ein Abkommen von Anfang Februar zwischen den Anrainer-Departamentos La Paz in Bolivien und Puno in Peru soll neben Entwicklungsprojekten den Umweltschutz verzahnen. Neue Kläranlagen auf beiden Seiten sind geplant. Auch aus dem Ausland kommt Hilfe. So hat Südkorea 300 Millionen US-Dollar für den Seeschutz zur Verfügung gestellt.

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1 Kommentar zu diesem Artikel

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  • OBJZ, 05. Feb 2012 17:52

    NATO-Gruetze verschmutzt die geopolitische Unabhaengigkeit Lateinamerika.

    "Global Nature Fund" von "Germany", und "Living Lakes" von USA, sorgen sich um das Wasser fuer Bolivien und Peru. Das sind zwei von tausenden NROs der USA, Britaniens, Niederland und Deutschland, welche ueberall in Lateinamerika "helfen". Besonders jetzt nach "wikileaks" muss sich die USA als "Sicherheits-Fuehrer" ("Hemispheric Security Leadership"), offiziell im Hintergrund halten mit USAID des U.S. Congress oder direkter "Entwicklungshilfe" von den U.S. Botschaften, besonders von den Militaer-Attaches mit ihrer "Security Assistance" und ihren "Verbindungen" mit kaeuflichen einheimischen Generaelen und Polizeidirektoren. Der "Einsatz" von NROs, welcher schon seit Jahren in "Foreign Policy" als geostrategisches Instrument beschrieben werden, steigt jetzt zur bevorzugten Interventionswaffe: Billiger und kosmetisch harmloser als "Special Forces". "wikileaks" welche jetzt entdeckt wurden sind (apublica.org) berichten ueber ein Treffen in der U.S. Botschaft in Bolivien, zwischen den Botschaftern der USA, Kanada, Britanien, Deutschland, Niederland, Daenemark und Schweden: Die gemeinsame "Einwirkung" auf die Innenpolitik Boliviens wurde beschlossen. Nach der "Befriedung" des Nahen Osten, wird die NATO ihre "Sicherheit" auf den "Suedatlantik" aufzwingen - lese: Suedamerika und Westafrika. Deutschlands Militaer, Medien, Journalisten und "Entwicklungshelfer" sind schon infiltriert mit ihren "Verbindungen" auf beiden Seiten des Suedatlantiks. North Atlantic Treaty Organization will "cut the Atlantic divide" (U.S.Plan 2010) und Deutschlands "Sicherheitsexperten" sind die vorgeschobenen Vorbereiter durch die "Konrad Adenauer Stiftung" - eine der tausenden NATO-NROs ueberall in Lateinamerika, waehrend die "Heinrich Boell" Stiftung die "Good Cops" der Santa Alianca des Vatikans unterstuetzt und die nationale Einheit untergraebt und die nationalen Entwicklungsprojekte laehmt. "Greenpeace" ist gerade jetzt in Muenchen in der "Sicherheitkonferenz"...

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