06.02.2012

Bundesliga

Im Gefühlsstau

Die Gedanken waren in seiner Geburtsstadt Port Said, wo am Mittwoch über 70 Menschen bei einem Fußballspiel ums Leben gekommen sind. »Ich habe für meine Landsleute getroffen«, so Mohamed Zidan (Foto: dpa/Gentsch) nach seinem Tor beim 1:1 gegen Schalke. Neben den tragischen Ereignissen in der Heimat hatte beim Ägypter auch sein Wechsel in der Winterpause zum Gefühlsstau geführt. Als er Dortmund in Richtung Mainz verließ, versprach er BVB-Kapitän Sebastian Kehl noch ein Tor gegen den Erzrivalen Schalke. Gesagt, getan: ein Treffer, doppelte Wirkung.

Zu abhängig

Natürlich, Claudio Pizarro (Foto: dpa/Seeger) ist Stürmer und wird fürs Toreschießen bezahlt. Gegen den SC Freiburg traf er am Sonntag doppelt - seine Saisontore 14 und 15 und fast die Hälfte der Bremer (33). Warum es dennoch beim Abstiegskandidaten aus dem Breisgau nur zu einem 2:2 gereicht hat? Weil Werder zu abhängig ist von dem 33-jährigen Peruaner. Im Angriff und überhaupt. »So darf man nicht verteidigen«, kritisierte Werder-Manager Klaus Allofs die Defensive bei den Gegentoren. Dank Pizarro ist Bremen immer noch Fünfter - und Freiburg Letzter.

Auf Entzug

Bloß schnell ins Warme. Derzeit denken wohl die meisten so. Das Gegenteil machten am Freitag 23 456 Fans von Dynamo Dresden. Trotz 16 Grad unter null blieben sie im Stadion, sangen und feierten weiter. Klarer Fall von Entzugserscheinung. Mit dem 3:1 gegen Greuther Fürth konnte nach zwei Monaten wieder einen Heimsieg bejubelt werden. Dass die Durststrecke nicht eigener Erfolglosigkeit, sondern der längeren Winterpause in Liga zwei geschuldet war, ist ein weiterer Grund zum Feiern: Zehn Punkte vor den drei Abstiegsrängen wird der Klassenerhalt immer realistischer. nd