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20.02.2012

EU-Sprachprobleme

Kommentar von Detlef D. Pries

Die große Mehrheit der Letten hat nicht nur die Erhebung des Russischen zur zweiten Amtssprache in ihrer Heimat verhindert, sie hat auch die Europäische Union vor einem Problem bewahrt. Ein Ja für das Russische im EU-Staat Lettland hätte nämlich eine Antwort auf die Frage verlangt, ob Russisch zur 24. Amtssprache in der EU erklärt wird. Abgesehen von den Kosten, die entstünden, wenn alle Texte der Union in eine weitere Sprache übersetzt werden müssten: Als heikel wird die Frage vor allem wegen der »nicht spannungsfreien Beziehungen« zwischen Russland und der EU betrachtet. Da alle Unionsstaaten einer einschlägigen Entscheidung zustimmen müssten, wären abermals Widersprüche zwischen »neuem« und »altem« Europa zu erwarten. Die einen mochten das Russische nie (zumindest zum beträchtlichen Teil), die anderen konnten es nie (zum noch größeren Teil).

Dabei ist die Sprache des heiklen strategischen Partners längst ins EU-Vokabular eingedrungen. Zum Beispiel in Gestalt der sogenannten Troika. Eine gefühlte Hälfte der Kommentatoren spricht das Wort zwar falsch aus (Tro-ika), aber wenn damit das Dreigespann strenger Finanzkontrolleure bezeichnet wird, verbreitet die Troika - wie kürzlich in Griechenland - bei manchem EU-Bürger mehr Angst als das Ursprungsland des Begriffs. Als vergleichsweise ehrenvoll gilt dagegen die Mitgliedschaft in der Troika aus vorangegangener, gegenwärtiger und folgender EU-Ratspräsidentschaft. 2014 rückt übrigens Lettland in dieses Triumvirat auf. Aber womöglich wird es in Riga als Angriff auf lettische Sprache und Kultur verstanden, wenn dann vom »Troika-Mitglied« Lettland die Rede ist.

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