Was dem vorherigen Justizsenator allzu schnell vorbei ging, will beim Polizeipräsidenten einfach nicht beginnen: die Amtszeit. Obwohl jeder schon lange um die Vakanz weiß, ist noch nicht einmal die Stellenanzeige raus. Was die gewesene Koalition liegen ließ, kommt bei der aktuellen auch nicht recht voran.
Ein entscheidender Fortschritt sei allerdings nicht verschwiegen. Wurden erst »polizeivollzugliche Erfahrungen« gefordert, könnten es in der neuen Stellenbeschreibung »polizeiliche oder vollzugliche« werden. Da ist nur ein Wort eingefügt, doch eröffnet wird eine ganz neue Wahl. Die Juristin Margarete Koppers käme erst richtig ins Spiel. Sie müsste zudem bei einer erfolgreichen Bewerbung nur das »Vize« vom bisherigen Titel abgeben. Schon wäre sie das, was sie nun bald schon ein Jahr ohnehin ist: Polizeipräsidentin.
Manche sehen in ihr schon länger eine »Polizeipräsidentin der Herzen«. Weniger begeisterungsfähigen Naturen ist sie zumindest bis jetzt nicht unangenehm aufgefallen. Beides könnte sich in voller Verantwortung freilich ändern. Manchmal, weil es nicht anders geht, manchmal, weil etwas bewiesen werden soll. Doch andere Bewerber sind schon mit weniger Sympathiepunkten und weit übleren Erwartungen angetreten. Den Versuch wäre es wohl wert und der 1. Mai könnte kommen - als Probe aufs Exempel.
Aktuelle Ausgabe: 25.05.2012
Sind Frauen die besseren Politiker?
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