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25.02.2012
Fort Meade

Manning formell angeklagt

Anhörung in Sachen Wikileaks-Enthüllungen

Fort Meade (AFP/nd). In der Affäre um die Veröffentlichung von US-Geheimdokumenten im Internet ist der mutmaßliche Informant der Enthüllungswebsite Wikileaks formell angeklagt worden. Bei einer Anhörung auf dem Militärstützpunkt Fort Meade im US-Bundesstaat Maryland wurden die 22 Anklagepunkte gegen den US-Soldaten Bradley Manning verlesen. Am schwersten wiegt dabei der Vorwurf der Unterstützung des Feindes. Manning droht bei einer Verurteilung durch ein Militärgericht lebenslange Haft.

Der Obergefreite erschien in einer schwarzen Militäruniform und setzte sich zu Beginn der Anhörung schweigend neben seine Anwälte. Der 24-Jährige sagte noch nicht, ob er sich schuldig oder nicht schuldig bekennen werde. Bis spätestens zum Beginn der Hauptverhandlung muss Manning eine Entscheidung treffen.

Die Staatsanwaltschaft gab den 3. August als ihr bevorzugtes Datum für den Prozessauftakt an. Die Verteidigung will mit der Hauptverhandlung dagegen spätestens im Juni beginnen. »Heute ist Bradley Manning seit 635 Tagen in Haft«, sagte sein Anwalt David Coombs. Der Prozess dürfe nicht über ein »vernünftiges Datum« hinaus verzögert werden. Die nächste Anhörung ist Mitte März.

Manning wird zur Last gelegt, zahlreiche geheime US-Militärdokumente zu den Kriegen in Irak und Afghanistan sowie rund 260 000 vertrauliche Depeschen des US-Außenministeriums an Wikileaks weitergegeben zu haben. Die Veröffentlichung der skandalträchtigen Unterlagen sorgte weltweit für Wirbel. Manning soll die geheimen Daten während seiner Stationierung in Irak von Militärrechnern heruntergeladen haben. Im Mai 2010 wurde er auf seinem Stützpunkt nahe Bagdad festgenommen. Laut den Ermittlern wurden auf Mannings Computern die Kontaktdaten des Wikileaks-Mitgründers Julian Assange und zahlreiche militärische Dokumente gefunden.

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