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Von Antje Stiebitz
25.02.2012

Jenseits von Geschichtsbüchern

INTERNETportale: Tagebücher und Briefe aus Brandenburg

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Hier wird subjektive Geschichte erfahrbar: Beispielsweise von Hans Müncheberg, der ab 1940 die »Nationalpolitische Erziehungsanstalt« in Potsdam besuchte und im Mai 1945 als Fünfzehnjähriger zu einem Kampfeinsatz befohlen wurde. Oder von Sigrid Grabner, die den Zerfall der DDR beobachtete und ihre Gedanken dazu festhält. Es sind Details und Emotionen, die historischen Ereignissen Leben einhauchen, ihnen ein Gesicht geben, jenseits von Jahreszahlen und dem »objektiven« Geschehen.

Die Besucher des Internet-Portals »zeitstimmen« können zwischen 200 verschiedenen Themen aus drei Jahrhunderten wählen. Von A wie Alliierte Besatzungszonen bis Z wie Zerfall der Sowjetunion. Zwei Jahre sammelte, transkribierte und digitalisierte das Brandenburgische Literaturbüro Tagebücher und Briefe von 70 brandenburgischen Autoren. Seit einem Jahr kann nun jeder in diesem kollektiven Tagebuch stöbern, denn im Februar 2011 ging das deutschlandweit einzigartige Archiv online. Peter Walther vom Literaturbüro spricht von »subjektiven Splittern« und einem »Alltagsblick von unten, der Zeitgeschehen verdichtet«. Ihre Motivation sei ein Erkenntnisgewinn gewesen, der über das hinausgeht, was in den Geschichtsbüchern steht, erklärt er.

Begonnen hat das Projekt mit Aufrufen in regionalen Zeitungen und beim Rundfunksender RBB. Oft seien die Familien froh gewesen, dem Literaturbüro die Tagebücher zu überlassen, da sie die Aufzeichnungen zwar aufbewahrt, sich aber nicht damit beschäftigt haben, erinnert sich Peter Walther. Die meisten der Dokumente stammen aus den letzten Wirren des Zweiten Weltkrieges. »Da diente das Tagebuch-Schreiben als seelische Entlastung.«

Walther freut sich, dass die vom Literaturbüro aufbereiteten Tagebücher und Briefe gut ankommen. Die Schriften wurden bereits von 190 000 Besuchern angeklickt. Wenn auch übersichtlich gestaltet, müssen Interessierte die Bereitschaft mitbringen, sich einzulesen. »Wir gehen mit unserem Portal auch etwas unter«, fügt Peter Walther hinzu. Auch das ZDF habe beispielsweise ein Portal für Zeitgeschichte eingerichtet. Doch das sei mit viel Werbeaufwand gestartet und habe auch audiovisuelle Komponenten.

www.zeitstimmen.de

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