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Von Martin Ling
03.03.2012

Rotes Kreuz in Homs

Vereinte Nationen prüfen Berichte über Gräueltaten in Baba Amr

Der Kampf um Homs hat vorerst ein Ende gefunden. Nach der Flucht der Kämpfer der »Freien Syrischen Armee« hat die reguläre Armee die Kontrolle übernommen. Die Vereinten Nationen wollen die Berichte von Assad-Gegnern überprüfen, die von zahlreichen Gräueltaten sprechen.

Sie sind in Homs sicherlich willkommen: die Hilfskonvois des Roten Kreuzes und des syrischen Roten Halbmondes. Beide erreichten am Freitag die wochenlang umkämpfte Stadt. Freiwillige Helfer stünden bereit, um notleidende Menschen in dem vorher tagelang umkämpften Viertel Baba Amr zu versorgen, berichtete die Sprecherin des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz, Carla Mardini. Wann die Behörden den Helfern den Zugang zu dem Viertel ermöglichen werden, blieb zunächst unklar.

Die Sympathien für die anderen Neuankömmlinge dürften sich derweil in engen Grenzen halten: Armee, Milizionäre und Geheimdienst. Letzterer habe eine große Zahl von Zivilisten festgenommen, berichteten Gegner des Regimes von Präsident Baschar al-Assad. Zehn junge Männer seien öffentlich hingerichtet worden.

Die Vereinten Nationen reagierten besorgt auf Berichte über derartige Gräueltaten. Neben Hinweisen auf verschiedene brutale Verbrechen in Baba Amr gebe es einen Bericht über eine Massenexekution am Donnerstag, der 17 Menschen zum Opfer gefallen sein sollen. »Wir sind durch solche Angaben sehr beunruhigt, auch wenn wir sie im Moment nicht verifizieren können«, sagte der Sprecher des UN-Hochkommissariats für Menschenrechte, Rupert Colville, in Genf gegenüber der dpa. »Es darf Racheakte wie Exekutionen, Folter oder willkürliche Verhaftungen nicht geben.« Das Hochkommissariat für Menschenrechte appelliere an die syrischen Behörden, sofort sicherzustellen, dass keine derartigen Verbrechen verübt werden, sagte Colville.

Oppositionelle berichteten, alle Anführer des Aufstandes in Baba Amr hätten sich vor dem Eindringen der Armee in Sicherheit bringen können. In den Foren der Oppositionellen hieß es am Freitag, Bürgerjournalisten, das medizinische Personal der Behelfsklinik des Viertels und die Deserteure hätten rechtzeitig fliehen können. Unter ihnen sei auch Oberstleutnant Abdul Rasak Tlass, der Kommandeur einer Brigade von Deserteuren.

Auch der EU-Gipfel in Brüssel kam um Syrien nicht herum. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) erklärte, die Gewalt des Regimes gegen die Zivilbevölkerung sei »völlig inakzeptabel«. Die EU werde alles tun, damit diejenigen, »die heute Menschenrechte aufs Schärfste verletzen, in Zukunft auch zur Verantwortung gezogen werden«, so die Kanzlerin in der belgischen Hauptstadt.

Aus Moskau meldete sich der russische Regierungschef Wladimir Putin und forderte die verfeindeten Lager in Syrien zu einem Ende der Gewalt auf. »Ein schlechter Friede ist immer besser als ein guter Krieg«, sagte Putin in einem am Freitag veröffentlichten Gespräch mit sechs internationalen Zeitungen, darunter dem »Handelsblatt«. Putin forderte den umstrittenen syrischen Präsidenten Baschar al-Assad auf, »längst überfällige« Reformen umzusetzen.

Er wisse allerdings nicht, wie sich die Lage in Syrien entwickeln werde, sagte Putin. »Und ich kann auch keine Einschätzung abgeben.« Assad werde sich aber vermutlich nicht freiwillig »in einen Sarg legen«. Die UN-Vetomacht Russland fordert, dass beide Konfliktparteien in einer »ausgewogenen« Entschließung zum Waffenstillstand aufgerufen werden.

Die Protestbewegung hatte für diesen Freitag zu Demonstrationen unter dem Slogan »Freitag der Bewaffnung der Freien Syrischen Armee« aufgerufen. Aktivisten veröffentlichten ein Video, das ihren Angaben zufolge zeigt, wie die erste von mehreren Granaten die Teilnehmer einer Anti-Regime-Kundgebung in der Ortschaft Al-Rastan trifft. 16 Menschen seien bei der Kundgebung getötet worden, hieß es. Landesweit zählten die Aktivisten bis zum Nachmittag 37 Todesopfer.

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