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Von Ralf Streck, Madrid
10.03.2012

Rajoy spielt mit dem Börsen-Feuer

Internationale Finanzmärkte zweifeln am Sparwillen Spaniens

Der spanische Ministerpräsident fährt einen gefährlichen Finanzkurs. Das wirkt sich bereits an den Börsen aus.

Die Zweifel der Finanzmärkte an Spanien sind deutlich gewachsen. Klar wurde das auch am Freitag. Nachdem der Schuldenschnitt für Griechenland glückte, verzeichnete der DAX zunächst Gewinne, der IBEX 35 dagegen ging erneut deutlich in den Keller. Dieses Verhalten der Madrider Börse war keine Ausnahme in letzter Zeit.

Das zeigt sich auch an den Risikoaufschlägen für Staatsanleihen. Erstmals seit August 2011 rentieren zehnjährige spanische Anleihen wieder deutlich über italienischen Papieren. Der Aufschlag gegenüber Bundesanleihen stieg am Mittwoch sogar auf 340 Basispunkte. Spanische Anleihen wurden mit einem Zinssatz von 5,2 Prozent gehandelt. Die Renditen sanken am Freitag leicht, doch der Abstand zu Italien wuchs sogar. Italienische Anleihen werden nun für knapp 4,8 Prozent gehandelt, spanische liegen über fünf Prozent.

Nach Investorenansicht haben steigende Renditen und fallende Kurse in Madrid damit zu tun, dass der konservative Ministerpräsident Mariano Rajoy kürzlich auf dem EU-Gipfel Zweifel am Sparwillen des Landes weckte. Zwar unterzeichnete er den Fiskalpakt, mit dem sich die Mitgliedstaaten zur Haushaltsdisziplin verpflichten, doch danach kündigte er eigenmächtig an, Spanien werde sein Haushaltsdefizit 2012 nur auf 5,8 Prozent senken. Versprochen waren 4,4 Prozent. Daraufhin forderten spanische Regionen offen, ihre Sparvorgaben zu lockern.

Spanien droht ein Sanktionsverfahren der EU-Kommission, die nun Inspekteure geschickt hat. Brüssel ist verärgert, weil Rajoy keinen Haushalt vorgelegt hat. Deshalb ist unklar, ob seine Angabe, 2011 habe das Defizit 8,5 Prozent betragen, stimmt. Rajoy will vor den Regionalwahlen am 25. März in Andalusien und Asturien keine Angaben machen, weil er neue unpopuläre Maßnahmen ankündigen müsste. Dabei dürfte auch eine Erhöhung der Mehrwertsteuer sein, nachdem er nach seinem Wahlsieg im November schon Einkommen- und Grundsteuer erhöhte. An der Börse wurde auch negativ bewertet, dass Madrid prognostiziert, die Wirtschaft werde 2012 sogar um 1,7 Prozent schrumpfen, weil öffentliche Ausgaben gegenüber 2011 um 40 Prozent zurückgefahren werden. Die Regierung rechnet damit, dass 630 000 Jobs verloren gehen. Dabei sind schon jetzt über fünf Millionen Menschen ohne Job. Schlechte Nachrichten kamen auch vom angeschlagenen Immobiliensektor. Mit knapp 350 000 Wohnungen wurden 2011 fast 30 Prozent weniger verkauft als 2010.

So setzt sich die Ansicht durch, dass Spanien doch anfälliger als Italien ist, was sich in den Renditen für Staatsanleihen niederschlägt. Zwar ist Italien mit über 120 Prozent der Wirtschaftsleistung noch höher verschuldet als Spanien, doch Rom konnte das Defizit 2011 auf 3,9 Prozent senken. Zudem werden italienische Staatsanleihen, anders als spanische, vor allem von einheimischen Sparern gehalten. Deshalb ist Rom den Finanzmärkten weniger stark ausgesetzt. Rajoy verspiele gerade das zurückgewonnene Vertrauen nach dem Abgang von Silvio Berlusconi, kommentieren Anleger.


Lexikon

Der IBEX 35 (Iberia Index) ist ein Aktienindex an der Madrider Börse. Er wurde am 14. Januar 1992 eingeführt und umfasst die 35 wichtigsten spanischen Unternehmen. Im Gegensatz zum DAX fließen in ihn keine Dividenden ein - er ist ein reiner Kursindex. Die Zusammensetzung wird von der Madrider Börse »Sociedad de Bolsas S.A« zweimal jährlich überprüft. Seit Beginn der Euroschuldenkrise brach der IBEX 35 deutlich ein. nd

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