Jürgen Amendt 24.03.2012 / Debatte

Unfähigkeit zur Empathie

Jürgen Amendt (46) ist Medien- und Bildungsredakteur dieser Zeitung.

Darf ein deutscher Politiker die israelische Politik in den besetzten palästinensischen Gebieten als »Apartheidregime« bezeichnen? Natürlich darf er das. Das Recht auf Meinungsfreiheit gilt auch in diesem Fall. Zeugt ein solcher Vergleich aber von Klugheit? Nein, klug ist das nicht, wie die Reaktionen auf die Behauptung des SPD-Vorsitzenden Sigmar Gabriels zeigen, Israel betreibe im Westjordanland Apartheid. Gabriels Facebook-Seite, auf der er seinen Kurzkommentar zur israelischen Politik gepostet hatte, war rasch voller kritischer Kommentare. Also ruderte der SPD-Politiker zurück. Allerdings nur halbherzig. Er entschuldigte sich zwar, beharrte aber darauf, die Formulierung sei sicherlich drastisch, aber die Palästinenser in Hebron erlebten die Situation wie von ihm beschrieben. Man muss dazu wissen, dass in der Altstadt von Hebron wenige hundert streng religiöse jüdische Siedler inmitten von mehr als hunderttausend Palästinensern leben, beschützt von israelischen Soldaten, die die Bewegungsfreiheit der palästinensischen Bevölkerungsmehrheit tagtäglich einschränken.

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