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Von Andreas Knudsen, Kopenhagen
02.04.2012

Aarhus wehrt sich gegen Rechtsextreme

Zusammenstöße und Festnahmen nach antiislamischer Kundgebung in Dänemarks zweitgrößter Stadt

Am Rande einer rechtsextremen antiislamischen Kundgebung im dänischen Aarhus ist es am Samstag zu Prügeleien mit linken Demonstranten gekommen.

Aarhus, zweitgrößte Stadt Dänemarks, nennt sich gern Stadt des Lächelns. Doch dazu war nach einer mehrstündigen Demonstration Tausender Einwohner gegen Neonazismus und Ausländerfeindlichkeit kein Grund mehr. Ob »Studenten für Vielfältigkeit« oder »Großmütter für Vielfältigkeit«, sie alle zeigten Zivilcourage und protestierten friedlich gegen eine Versammlung von etwa 150 Mitgliedern der Danish Defence League, ihrer Mutterorganisation aus Großbritannien sowie Gesinnungsgenossen aus Deutschland, Polen, Großbritannien, Schweden, Finnland, Norwegen und Spanien. Doch der Erfolg der Bürger wurde überschattet durch Gruppen von Autonomen und jungen Einwanderern, die versuchten, die Absperrungen zu durchbrechen, um die Neonazis anzugreifen.

So endete der Tag mit 82 Festnahmen vorzugsweise linksradikaler Demonstranten, da die rechtsextremen Gegner es vorzogen, ihre bescheidene Machtdemonstration vorzeitig abzubrechen und in Bussen unter Polizeieskorte das Weite zu suchen. Die Danish Defence League hatte zuvor die »wahrscheinlich größte anti-islamische Demonstration auf dänischem Boden« angekündigt. Redner, darunter Tommy Robinson, Vorsitzender der English Defence League, riefen zur Bekämpfung der Einwanderung aus der Dritten Welt auf und wetterten gegen die behauptete Islamisierung Europas. Am Abend hatte die Polizei, die ihre größte Aktion seit 35 Jahren in Jütland durchführte, die Situation wieder unter Kontrolle.

Im Vorfeld der Aktion leisteten kommunale Sozialarbeiter, islamische Organisationen und die Lokalpolizei umfangreiche Arbeit unter den Jugendlichen des Stadtteils Gellerup, der von muslimischen Einwanderern dominiert wird. Viele von ihnen nahmen das Angebot für diesen Tag an, an Ausflügen außerhalb der Stadt teilzunehmen. Per Nielsen, Leiter der Aktionsgruppe »Aarhus für Vielfältigkeit«, Polizei und Bürgermeister lobten diese präventiven Initiative. Umso mehr zeigte sich Nielsen enttäuscht darüber, dass eine kleine Gruppe den guten Eindruck, den die Bürger in ihrem zivilen Widerstand gegen Ausländerfeindlichkeit hinterlassen hätten, trüben konnte.

Die Demonstration sowie die Aktionen der dänischen Polizei wurden von einer Gruppe von zehn Polizeibeamten und Forschern aus mehreren EU-Ländern beobachtet. Sie gehören zu CEPOL, dem Netzwerk der europäischen Polizeiorganisationen, und sollen Erfahrungen sammeln, wie Polizeiarbeit ausgeführt und gleichzeitig die Rechte auf Meinungs- und Demonstrationsfreiheit gewahrt werden können. Der Bericht der Gruppe erscheint demnächst.

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