Von Oliver Händler, Leipzig
02.04.2012

Leipzig bleibt auf Kurs

Handball-Europapokal: HCL schlägt Viborg

Der HC Leipzig schwimmt weiter auf einer Erfolgswelle. Nach dem Einzug ins Pokalhalbfinale und einem klaren Sieg beim deutschen Meister Thüringer HC gewannen die Leipziger Handballerinnen nun auch im Hinspiel des Europapokals der Pokalsiegerinnen gegen das dänische Spitzenteam Viborg HK mit 30:29. Somit ist im Rückspiel am 9. April noch alles drin.

»Ich freue mich riesig, dass wir gegen Leipzig spielen können«, hatte das HCL-Eigengewächs Grit Jurack bei ihrer Rückkehr gesagt. Seit 2004 spielt sie für die Däninnen und gewann mit Viborg dreimal die Champions League. Ihre besondere Motivation erkannten die 5191 Zuschauer gleich zu Beginn des Spiels. Nach vier Minuten stand es 4:1 für die Däninnen. Jurack hatte einen Siebenmeter herausgeholt, und das zweite Tor selbst erzielt. Zu den folgenden Treffern zum 6:3 gab Jurack die entscheidenden Pässe.

Von da an entwickelte sich ein Wellenspiel. Die Leipzigerinnen kämpften sich kurzzeitig auf 6:7 heran, doch Viborg setzte sich erneut auf drei Tore ab (10:7). Danach begann die stärkste Phase des HCL. »Wir müssen in der Abwehr ähnlich sicher stehen wie im Viertelfinale gegen Trondheim«, hatte Trainer Stefan Madsen gefordert. »Dann können wir über schnelle Konter zum Erfolg kommen.« Endlich setzten seine Spielerinnen die Vorgabe auch um. Angetrieben von einer überragenden Nationaltorhüterin Katja Schülke schloss Louise Lyksborg nach 21 Minuten zur ersten Führung (12:11) ab.

Leipzigs Ex-Trainer Martin Albertsen, nun in Diensten Viborgs, nahm Jurack aus der Abwehr und machte die Deckung offensiver. Die Leipzigerinnen reagierten mit Fehlpässen und die Däninnen gingen ihrerseits kurz vor der Halbzeit mit 14:13 in Führung.

Viborg erwischte nach der Pause erneut den besseren Start, doch der HCL blieb dran. Schülke hielt acht schwere Würfe hintereinander und Leipzig lag nach 49 Minuten beim 25:24 erst zum zweiten Mal vorn. In einer ungemein spannenden Schlussphase traf Anne Müller schließlich mit ihrem achten Tor zum knappen Endstand von 30:29. Juracks letzter Wurf klatschte an die Latte.

Die erhoffte gute Ausgangsposition für das Rückspiel haben die Leipzigerinnen zwar nicht erreicht. Doch so ungünstig ist das nicht: Nur einmal bei vier Versuchen verpasste der HCL den Einzug in ein europäisches Finale. 2005 hatte er im Hinspiel gegen Györ 33:27 gewonnen, dann aber noch 31:43 verloren. Ausruhen wird sich der HCL bestimmt nicht.

Europapokal der Pokalsiegerinnen

Halbfinalhinspiele

Budapest - Wolgograd 34:26 (20:8)

Leipzig - Viborg 30:29 (14:15)