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07.04.2012

Investorenpoker um Schlecker

Insolvenzverwalter: Mehrere ernsthafte Interessenten / Ver.di fordert Joberhalt

Das Rennen um Schlecker ist eröffnet: Noch sollen mehrere Investoren interessiert sein. Ver.di fordert, dass der künftige Investor auch in die Mitarbeiter investiert.

Ehingen/Stuttgart (dpa/nd). Das Rennen um den Kauf der insolventen Drogeriekette Schlecker wird nach derzeitigem Stand der Investor mit dem höchsten Angebot machen. »Im Moment ist die Höhe des Kaufpreises entscheidend«, sagte ein Sprecher des Insolvenzverwalters Arndt Geiwitz am Donnerstag. Doch ver.di will mehr: Der Investor soll über den reinen Kauf hinaus in das Unternehmen investieren. »Wir wollen einen Investor, der Schlecker als Ganzes erhalten will, also das gesamte Filialnetz und die Arbeitsplätze«, sagte eine Sprecherin des ver.di-Bundesvorstands. Langfristig sollten die Filialen ausgebaut werden.

Derzeit seien mehr als fünf »ernstzunehmende« Interessenten im Spiel, hieß es beim Insolvenzverwalter am Donnerstag. Dabei handle es sich um Finanzinvestoren und Unternehmen mit Erfahrungen im Handelssektor. Geiwitz wollte sich nicht zu Namen oder Summen äußern. Wie das Nachrichtenmagazin »Focus« berichtet, gelten in Finanz- und Gläubigerkreisen 100 Millionen Euro als Obergrenze für Interessenten, zumal noch hohe Investitionen erforderlich sind.

Klar ist derweil, dass ein konkretes Angebot vom Düsseldorfer Beratungs- und Investmenthaus Droege vorliegt. Laut einem Zeitungsbericht ist Droege jedoch nicht in der engeren Auswahl. Wie die »Stuttgarter Nachrichten« (Samstag) unter Berufung auf Firmenkreise berichten, ist das unterbreitete Angebot so gering, dass es nur noch unter »ferner liefen« geführt werde. Nach Informationen des Blatts sind damit keine deutschen Bieter mehr in der engeren Auswahl, vielmehr seien nur noch zwei Finanzinvestoren ohne ausgeprägte Handelskompetenz im Rennen.

Der osteuropäische Finanzinvestor Penta Investments zählt laut einem »Spiegel«-Bericht ebenfalls zu den Interessenten. »Wir haben ein unverbindliches Angebot eingereicht«, sagte ein Penta-Sprecher dem Nachrichtenmagazin. Allerdings wolle sich Penta nicht mit den Schlecker-Kindern Meike und Lars zusammentun. Diese suchten nach einem Co-Investor, um Schlecker in Familienhand zu halten. Bei Penta sei allenfalls eine symbolische Minderheitsbeteiligung der Geschwister vorstellbar. Für die Modernisierung der verbliebenen Schlecker-Läden seien rund 90 Millionen Euro eingeplant. Weitere Jobs will Penta nach eigener Aussage nicht abbauen.

Ver.di machte indes deutlich, dass keiner künftig Macht im Unternehmen haben solle, der an der Schlecker-Pleite beteiligt war: »Die für das Missmanagement Verantwortlichen sollten auch in Zukunft keine verantwortliche Rolle spielen«, so die Sprecherin. Nur so könne das Vertrauen der Kunden zurückgewonnen werden. Ob damit Lars und Meike Schlecker gemeint sind, blieb offen.

Bei der Investorenauswahl ist der Insolvenzverwalter auf die Zustimmung der Gläubiger angewiesen. Ein Abschluss ist für Mai vorgesehen. Nach der Kündigung von rund 11 000 Mitarbeitern arbeiten noch etwa 13 500 Beschäftigte bei Schlecker. Kommentar Seite 4

Die Investmentgruppe Penta ist in der Slowakei bereits seit den 1990ern mit dem Sanieren unrentabel gewordener Unternehmen wie etwa dem einstigen Staatskonzern Ostslowakische Eisenwerke (VSZ) erfolgreich.


Penta

Die geschickte Nutzung von Gesetzeslücken und der enge Kontakt zu Politikern bescherte ihr ein zwiespältiges Image. Höhepunkt ist die Affäre »Gorilla«, in seit Jahresbeginn ermittelt wird. Im Dezember waren mutmaßliche Geheimdienstprotokolle an die Öffentlichkeit gelangt, die Penta und einige Spitzenpolitiker schwer belasten. Dabei geht es um Korruption und Politikbeeinflussung. Penta weist die Vorwürfe zurück. dpa

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