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Hilmar König
10.04.2012

Lawinentod und Politikhoffnung

135 Menschen in Kaschmir-Region verschüttet / Pakistans Präsident in Indien

Eine gewaltige Lawine aus Schnee, Geröll, Schlamm und Steinen begrub am Sonnabend am Siachen-Gletscher in der Himalaja-Region Kaschmirs 124 pakistanische Soldaten und elf Zivilisten. Die Rettungskräfte konnten bis Montag noch keines der Opfer bergen. Das Unglück hielt Präsident Asif Ali Zardari jedoch nicht von seinem als privat deklarierten Kurzbesuch am Sonntag in Indien ab.

Mit schwerem Räum- und modernstem Ortungsgerät waren auch am Montag Rettungskräfte der pakistanischen Armee am Fuße des Siachen-Gletschers im Einsatz. Dort hatte am Sonnabend eine mehr als 1000 Meter breite und 25 Meter hohe Lawine das Hauptquartier Gayari des 6. Bataillons der Nördlichen Leichtinfanterie verschüttet. Nach offiziellen Angaben des Militärs befanden sich zu diesem Zeitpunkt 124 Soldaten und elf Zivilisten in dem Lager, das dicht an der Grenze zu Indien liegt.

Am Sonntag hatte Armeechef General Ashfaq Kayani die Unglücksstätte besucht. Es bestehe »keine Hoffnung und überhaupt keine Chance«, noch Überlebende zu finden, schätzte Oberst Sher Khan, ein erfahrener Alpinist, die Lage vor Ort ein. Indien bot sofort humanitäre Hilfe an, sollte der Nachbar darum ersuchen.

Der fast 6000 Meter hohe und 70 Kilometer lange Siachen-Gletscher im Norden Kaschmirs gilt seit 1984 als das höchst gelegene Schlachtfeld, weil sich hier pakistanische und indische Kontrollposten gegenüberstehen und bis zum Jahre 2003 Scharmützel lieferten. Wegen der extremen Wetterbedingungen mit Temperaturen bis minus 50 Grad spricht man von diesem unwirtlichen Gebiet auch als dem »dritten Pol« der Erde. Beide Seiten haben hier insgesamt zwischen 10 000 und 20 000 Mann stationiert. Ein in jeder Beziehung teures Unterfangen, denn Witterung und Höhenlage kosteten bereits über 2000 Soldaten das Leben. Indien zahlt jährlich etwa 300 Millionen und Pakistan 200 Millionen Dollar für den Unterhalt der Truppen. 2003 wurde eine Waffenruhe vereinbart.

Der Gletscher liegt im umstrittenen Kaschmirgebiet, wurde jedoch nie demarkiert. Die Grenzlinie zwischen dem indischen und pakistanischen Kaschmirteil erfasst diese Bergkette nicht.

Auch beim Besuch des pakistanischen Präsidenten Asif Ali Zardari am Sonntag in Indien lieferte der »Todesgletscher« nicht nur wegen des aktuellen Unglücks Gesprächsstoff. Zardari war auf einer Pilgerreise zum Schrein des Sufi-Heiligen Khwaja Moinuddin Chisthi in der rajasthanischen Stadt Ajmer. Auf Einladung von Premier Singh machte er Halt in Delhi. So bekam der »Privatbesuch« doch einen offiziellen Akzent, zumal sich beide Politiker vor dem gemeinsamen Mittagessen zu einem Gespräch unter vier Augen trafen. Darin, so hieß es anschließend in offiziellen Erklärungen, besprachen sie alle offenen Fragen in den zwischenstaatlichen Beziehungen. Sie zeigten sich bereit, dafür »praktische und pragmatische« Lösungen zu finden. Es habe sich um einen konstruktiven und freundschaftlichen Meinungsaustausch gehandelt, erklärte Premier Singh.

Präsident Zardari zeigte sich »sehr zufrieden mit dem Ergebnis dieser Visite«. Er betonte: »Wir möchten bessere Beziehungen.« Später machten Sprecher beider Seiten deutlich, was sie als die Haupthindernisse für eine Normalisierung des Nachbarschaftsverhältnisses ansehen: Indien das Problem des von Pakistan ausgehenden Terrorismus; Pakistan das seit 1947 ungelöste Kaschmirproblem. Immerhin versicherte man sich gegenseitig, Schritt für Schritt die Hürden aus dem Weg räumen zu wollen.

Die Visite brachte zwar keine spektakulären Resultate, wird aber dennoch als Mosaikstein zur Vertrauensbildung und Entspannung zwischen den beiden atomar bewaffneten Nachbarn bewertet. Nach sieben Jahren Pause betrat wieder ein pakistanischer Präsident den Boden Indiens. Singh und Zardari hatten sich zuletzt 2009 auf dem SCO-Gipfel (Shanghai Cooperation Organisation) im russischen Jekaterinburg getroffen. 2011 hatte der indische Premier zwei Begegnungen mit seinem pakistanischen Amtskollegen Jusuf Raza Gilani: beim Gipfel der Südasienstaaten (SAARC) auf den Malediven und beim Kricket-Weltcup im indischen Mohali. Zardaris Visite setzt nun diesen Trend fort. Pakistans Außenministerin Hina Rabbani Khar hatte schon vor dem Indienbesuch vor dem Parlament in Islamabad geäußert, dieser sei »Teil der Betonung eines regionalen Dialogs und der Zusammenarbeit im Streben nach Frieden«.

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