10.04.2012

Keine Einreise!

Günter Grass:

Günter Grass ist in Israel nach seinen umstrittenen Äußerungen nicht mehr willkommen. »Ich sehe es als Ehre an, ihm die Einreise ins Heilige Land zu verbieten«, sagte der israelische Innenminister Eli Jischai am Sonntag. Mit seiner rigorosen Entscheidung stieß Jischai aber auch in Israel auf Kritik. Die Zeitung »Haaretz« beschrieb sie als »hysterisch«. Solche Maßnahmen passten doch eher zu »düsteren Regimes« wie Iran, Nordkorea.

Der Innenminister von der strengreligiösen Schas-Partei sagte sogar, man müsse dem 84-Jährigen nun den Nobelpreis aberkennen. Der von orientalischen Juden abstammende Politiker verglich Grass' Äußerungen mit der antisemitischen Hetze, die letztlich zum Holocaust geführt habe.

Der außenpolitische Sprecher der LINKE-Bundestagsfraktion, Jan van Aken, nannte das Einreiseverbot, völlig überzogen und undemokratisch. Es helfe nicht, wenn man Grass mit einem »mittelalterlichen Bann« belege. Die Bundesregierung solle gegenüber Israel auf eine Aufhebung des Einreiseverbots drängen. dpa

Kommentar S. 4