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10.04.2012

Gern eine Frau mit Migrationshintergrund

Senatorin will bis Ende Juni neue(n) Integrationsbeauftragte(n) präsentieren

(dpa). Integrationssenatorin Dilek Kolat (SPD) will möglichst schon Ende Juni einen neuen Berliner Integrationsbeauftragten präsentieren. »Angestrebt wird ein nahtloser Übergang von Herrn Piening zu seinem Nachfolger oder seiner Nachfolgerin«, sagte Kolat »Die Ausschreibung der Stelle wird voraussichtlich Ende April erfolgen.« Die Auswahl habe »nach der Bestenauslese« zu erfolgen.

Zwecks Chancengleichheit werde sie jedoch »Frauen, die die Voraussetzungen erfüllen, ermuntern, sich zu bewerben«, sagte die Senatorin. »Auch strebe ich an, den Anteil an Migranten in der Berliner Verwaltung zu erhöhen, und bin deshalb an Bewerbungen von Personen mit Migrationshintergrund besonders interessiert.«

Der langjährige Integrationsbeauftragte Günter Piening hatte angekündigt, Ende Juni auf eigenen Wunsch auszuscheiden. Der 61-Jährige will sich noch einmal neuen Aufgaben im Ausland widmen. Er begründete seinen Rückzug aber auch mit dem neuen Regierungspartner CDU. Er sei »kein Typ für Rot-Schwarz«, so Piening. Er befürchte andere Akzente in der Integrationspolitik.

Von dem neuen Beauftragten erwartet Kolat eine Fortsetzung der erfolgreichen Arbeit Pienings wie auch eigene Akzente. Als eine der ersten Aufgaben nannte die Senatorin, die rechtliche Gleichstellung der Einwanderer voranzutreiben. Die große Koalition wolle den Zwang abschaffen, dass sich 18-Jährige mit zwei Staatsbürgerschaften für ein Land entscheiden müssen. »Das heißt: Wir sind für die doppelte Staatsbürgerschaft für die junge Generation, und das wollen wir mit dem Nachfolger oder der Nachfolgerin umsetzen. Hier kann von Berlin ein Signal für ganz Deutschland ausgehen.«

Kolat, die auch das Arbeitsressort verantwortet, hob Pienings erfolgreiche Ausbildungsinitiative »Berlin braucht Dich« hervor. Damit wurden Jugendliche aus Zuwandererfamilien für eine Ausbildung beim Land Berlin geworben. »Integration sehen wir als Querschnittsaufgabe«. So begründete Kolat auch die Umorganisation in ihrer Behörde. Danach verlor der Integrationsbeauftragte seine Anbindung an das Senatorenbüro. Er ist jetzt ein Abteilungsleiter beim Staatssekretär für Integration. »Mit der Einbindung in unser Haus können wir eine engere Vernetzung mit den Fachabteilungen Arbeit und Frauen erreichen«, sagte Kolat. »Im Ergebnis sind in meiner Senatsverwaltung Arbeit, Frauen und Integration gleichwertige Abteilungen.«

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