Krieg, Waffenlieferungen, Ausbeutung Fluchthelfer sind nicht das Problem.
Linker Journalismus gegen (geistige) Brandstifter.
Jetzt das »nd« unterstützen!
    • Online-Abo
    • Kombi-Abo
    • Print-Abo
    • App-Abo
    Lesen Sie das »nd« wo und wann Sie wollen. Mit dem Online-Abo erhalten Sie Zugang zu allen Artikeln in elektronischer Form auf unserer Webseite und dazu das nd-ePaper. Zum Online-Abo
    Mobil, kritisch und mit Links informiert:
    neues deutschland als ePaper – und am Wochenende im Briefkasten!
    Prämie: Das nd-Frühstücksbrettchen. Der Wegbegleiter für den Start in den Tag.
    Zum Kombi-Abo

    Lesen Sie das »nd« wo und wann Sie wollen. Mit der nd-App erhalten Sie Zugang zur Zeitung in elektronischer Form als App optimiert für Smartphone und Tablet.

    Die nd-App gibt es für iOs und Android.

    Zum App-Abo
  • Per Überweisung:

    Stichwort: nd-paywall

    Berliner Bank
    IBAN: DE11 1007 0848 0525 9502 04
    SWIFT-CODE (BIC): DEUTDEDB110

    Ich habe bezahlt.

    Per Paypal

    PayPal

    Per Sofortüberweisung

    Sofortüberweisung

  • Ich beteilige mich mit einer regelmäßigen Zahlung

    Wir freuen uns sehr, dass Sie zu dem Entschluss gekommen sind: Qualitätsjournalismus zur Stärkung einer Gegenöffentlichkeit von links ist mir etwas wert!

    Mit ihrem solidarischen Beitrag unterstützen Sie linken unabhängigen Qualitätsjournalismus. Und: Sie unterstützen die Menschen, die sich selbst ein Abo nicht leisten können. Wir sind der Ansicht, dass Journalismus für möglichst alle zugänglich sein soll – deshalb bieten wir einen großen Teil unserer Artikel gratis zum Lesen und teilen im Netz an. Aber nur Dank der Abonnements und Zahlungen vieler Leserinnen und Leser können wir jeden Tag eine Zeitung produzieren: Gedruckt, als Onlineausgabe und als App.

    Turnus

    Meine Bankdaten

    Persönliche Angaben

    *Pflichtfelder
     
     
  • Ich bin schon Abonnent
    Login
  • Ich beteilige mich später
Von Norbert Podewin
14.04.2012

Ostrowski

KALENDERBLATT

Die Außerordentliche Sitzung des Berliner Abgeordnetenhauses am 11. April 1947 hatte ein einziges Thema: »Begründung des Misstrauensantrages der SPD gegen Oberbürgermeister Dr. Otto Ostrowski.« Im Text wurde behauptet: »Der Magistrat entspricht in seiner heutigen Zusammensetzung nicht den Erwartungen dieses Hauses.« Dies war schlicht unwahr. Der Stellvertreter des Oberbürgermeisters, Ferdinand Friedensburg, widersprach denn auch kategorisch. Das Gremium setze sich »aus einer Reihe eigenwilliger Persönlichkeiten zusammen, die sich jedoch zusammengerauft haben. Ein Vertrauensvotum erfordert die Erklärung nicht«, antwortete er auf den entsprechenden SPD-Antrag. Franz Neumann zog diesen daraufhin zurück, jedoch nur, um ihn neu zu formulieren: »Der Oberbürgermeister Dr. Ostrowski hat nicht mehr das Vertrauen der Stadtverordnetenversammlung.«

In der Abstimmung durchkreuzte das »Nein« der SED die Abwahl des sozialdemokratischen Oberbürgermeisters. Ostrowski verteidigte sich im Berliner Rundfunk und benannte als ein Problem »die geringen Machtbefugnisse des Magistrats im Verhältnis zur Alliierten Kommandantur«. Neumann schlug gegen den unbequemen Genossen über den RIAS zurück, warf ihm »einseitige Unterwerfung unter eine Besatzungsmacht« vor, gemeint war die sowjetische. Namhafte Sozialdemokraten forderten nun einen Basisentscheid, doch das wollten Neumann und Ernst Reuter, »Regent im Wartestand«, gestützt durch Kurt Schumacher, auf keinen Fall zulassen.

Am 17. April stellte Neumann den Oberbürgermeister vor die Alternative: Parteiausschluss oder freiwilliger Rücktritt. Letzteres verband sich mit der Zusage der Berufung in ein »gewichtiges anderes Amt«. Ostrowski gab schließlich nach. So hörten dann am 17. April 1947 die Abgeordneten einen sichtlich Gebrochenen, der sich - »in eine nicht von mir verschuldete Zwangslage gebracht« - genötigt sah, zurückzutreten. Wie Hohn mussten für ihn die »Dankesworte« des Stadtverordnetenvorstehers und Parteifreundes Otto Suhr klingen.

133 Tage war Ostrowski im Amt. Die SPD löschte fortan seinen Namen; das versprochene »gewichtige andere Amt« blieb zeitlebens aus, ebenso eine Rehabilitierung seitens seiner Partei.

Foto: nd-Archiv

Artikel weiterempfehlen und ausdrucken