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Von Matthias Koch, Leverkusen
16.04.2012

Lebenszeichen von der Intensivstation

Hertha BSC spielt in Unterzahl 3:3 in Leverkusen

Schlussmann Thomas Kraft rannte auf Torwarttrainer Christian Fiedler zu. Die beiden Arbeitnehmer von Hertha BSC nahmen sich nach dem 3:3 (0:1) bei Bayer Leverkusen euphorisch in die Arme. Die Berliner fühlten sich zumindest als moralische Sieger. Dass nach einem 0:2-Rückstand in Unterzahl noch ein 3:3 heraussprang, zeigt den Willen der stark abstiegsbedrohten Hauptstädter. Von der Intensivstation der Bundesliga sendeten sie vor 29 704 Zuschauern ein Lebenszeichen. »In der ersten Halbzeit haben wir uns zu wenig zugetraut. In der zweiten Hälfte haben wir aber große Moral bewiesen«, sagte Hertha-Kapitän Lewan Kobiaschwili. »Nach einem 0:2 wieder ins Spiel zu kommen und mit 3:2 in Führung zu gehen, war stark. Die Moral ist da, obwohl viele daran zweifeln. Der eine Punkt kann noch wichtig sein.«

Große Teile des spektakulären zweiten Abschnitts musste Kobiaschwili allerdings in der Kabine am Fernseher verfolgen. In der 65. Minute wurde der Georgier von Referee Michael Weiner wegen einer Notbremse an Eren Derdiyok vom Platz gestellt. Es gab auch noch Foulelfmeter. Zu diesem Zeitpunkt stand es nach Toren von Andre Schürrle (44.) und Stefan Kießling (51.) für Leverkusen sowie dem Anschlusstreffer von Pierre-Michel Lasogga (62.) 2:1 für die Werkself. Von einem 1:3-Rückstand hätten sich die Berliner vermutlich nicht mehr erholt. Doch der K.o. blieb ihnen erspart, weil Torwart Kraft den Strafstoß von Simon Rolfes an die Latte lenkte und Derdiyok den Nachschuss versemmelte (65.)

Kraft stand angesichts seiner Heldentat noch so unter Adrenalin, dass er kurz darauf weit aus seinem Kasten stürmte und den mit Lasogga nach 54 Minuten eingewechselten Angreifer Tunay Torun packte und verbal attackierte. »Ich wollte ihn wachrütteln. Wir waren in Unterzahl und er ist nicht zurückgelaufen.« Hertha-Trainer Otto Rehhagel hielt das Auftreten Krafts für angemessen, das ein wenig an das impulsive Auftreten des früheren Münchner Nationaltorhüters Oliver Kahn erinnerte. »Das war doch gut. Es hat ja etwas genützt«, sagte Rehhagel.

Torun drehte plötzlich auf und stellte die Partie innerhalb von sechs Minuten auf den Kopf. Tausende mitgereiste Hertha-Fans, die ihre Elf schon bei der Erwärmung vor dem Spiel zum Kämpfen aufgefordert hatten, rasteten angesichts des ersten Doppelpacks von Torun in der 71. und 77. Minute vor Freude aus.

Auch auf der Hertha-Bank gab es nach der 3:2-Führung kein Halten mehr. Manager Michael Preetz und die beiden Rehhagel-Assistenten Rene Tretschok und Ante Covic hüpften wild durch die Gegend. Einzig Altmeister Rehhagel versuchte, die »Jugendlichen« um ihn herum zu beruhigen. Der 73-Jährige wollte noch nicht so recht an den Auswärtssieg glauben und sollte Recht behalten. Sechs Minuten vor dem Ende köpfte Stefan Kießling einen Freistoß zum 3:3 ein. Dennoch war Hertha unmittelbar nach Spielschluss mit sich selbst zufrieden. »Wir haben zwei Punkte verloren, aber tolle Moral bewiesen. Das Thomas Kraft den Elfer gehalten hat, war psychologisch ganz wichtig«, sagte Berlins Verteidiger Christian Lell. »Wir haben aber nur noch ein einziges Ziel. Wir müssen Köln abfangen.«

Nach den Siegen von Hamburg und Augsburg ist der Klassenerhalt wohl nur noch über die Relegation möglich. Köln, derzeit mit einem Punkt mehr auf Platz 16, verlor 0:3 in Mönchengladbach.

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