18.04.2012

Was die Umstellung auf digital bedeutet

Am 30. April um 3 Uhr morgens wird das analoge TV abgeschaltet

Am 30. April um 3 Uhr wird das analoge Fernsehen abgeschaltet, so dass für TV-Zuschauer mit Satellitenschüsseln und Analog-Empfängern der Bildschirm schwarz bleibt. Auch die Verbreitung von analogen Rundfunksignalen per Satellit wird eingestellt.
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Satellitenschüsseln auf Balkonen in Berlin: Sie müssen nunmehr für den digitalen Fernsehempfang umgerüstet werden.

Die öffentlich-rechtlichen Programme, die Mediengruppe RTL Deutschland sowie die ProSieben Sat.1 Media AG senden nur noch bis zum 30. April analog. Danach kommen die Programme ausschließlich in digitaler Form bei den Parabolantennen an. Andere Privatsender haben ihr analoges Signal bereits eingestellt oder tun das in der nächsten Zeit.

Die digitale Übertragung bietet im Allgemeinen eine bessere Bild- und Tonqualität. Zudem wird für das Übertragen digitaler Fernsehbilder weniger Platz auf den Frequenzen benötigt. Dementsprechend entstehen durch das analoge Abschalten neue Kapazitäten. Auf den freien Frequenzen sollen neue Sender genauso Platz finden wie neue Angebote des hochauflösenden Fernsehens (HDTV).

Digitales Fernsehen und HDTV sind nicht das gleiche. Digitales Fernsehen ist zwar die Voraussetzung für hochauflösendes Fernsehen, die Sender strahlen ihre Programme aber weiter auch in normaler Auflösung aus. HDTV hat den Vorteil, dass die Bilder aus mehr einzelnen Bildpunkten zusammengesetzt sind. Dadurch ergibt sich ein detailgenaueres und entsprechend schärferes Bild mit oft höheren Kontrasten und besseren Farben. Auch der Ton ist besser.

Fast 17 Millionen Haushalte in Deutschland empfangen Satellitenfernsehen, drei Millionen von ihnen nutzten noch bis vor einigen Monaten die analoge Variante und müssen nunmehr ihre Empfangstechnik umstellen.

Wer sich nicht sicher ist, ob er betroffen ist, kann im Ersten, dem ZDF, dem Bayerischen Rundfunk, Sat.1, ProSieben und RTL die Videotextseite 198 aufrufen. Wenn dort der Hinweis erscheint: Bitte stellen Sie auf digitalen Empfang um« - dann muss man aktiv werden! Manche Kabelnetzbetreiber blenden schon seit geraumer Zeit Laufbänder oder Texttafeln mit Hinweisen zur Abschaltung des analogen Satellitenfernsehens ein.

Was ist zu tun? Für Haushalte, die TV-Programme noch analog mit eigener Satellitenschüssel empfangen, ist in der Regel nur der Austausch des Receivers notwendig, weil nur noch digitale DVB-S-Receiver die erhaltenen Mediadateien entschlüsseln können. Die günstigsten externen Modelle mit einfachen Funktionen gibt es ab 30 Euro.

Neue Flachbildfernseher sind zumeist digital-tauglich und besitzen einen DVB-S- oder einen HD-fähigen DVB-S2-Empfänger.

Die Satellitenschüssel selbst muss nicht ausgetauscht und auch nicht neu ausgerichtet werden. An älteren Antennenschüsseln muss gegebenenfalls der zentrale Signalumsetzer gewechselt werden. An die Stelle des unmodernen LNB (Low Noise Block-Converter) muss ein Universal-LNB installiert werden (Kosten 50 Euro).

Im Falle von Gemeinschaftsanlagen im Mehrfamilienhaus muss neben dem LNB auch der sogenannte Multischalter ausgetauscht werden. Die einzelnen Haushalte müssen zudem gegebenenfalls ihre analogen Receiver gegen digitale Geräte austauschen. Ist die Gemeinschaftssatellitenantenne Eigentum des Vermieters, muss dieser auch für die Umstellung sorgen. Als Instandsetzungsmaßnahme sind diese Kosten nach Information des »MieterMagazins« nicht auf die Mieter umlagefähig.

Ist das Fernsehgerät nicht digital-tauglich, ist für jedes Gerät ein Konverter (Digital-Receiver) erforderlich (Preis ab 25 Euro). Bevor man jedoch sein altes TV-Gerät nachrüstet, sollte man prüfen, ob sich die Investition noch lohnt oder ob es sinnvoller ist, ein neues Gerät zu kaufen. joh/AFP

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