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Von Christoph Ruf, Fürth
18.04.2012

Jubel in der Mike-Büskens-Allee

Greuther Fürth steigt nach vielen vergeblichen Versuchen erstmals in die Fußball-Bundesliga auf

Die Spielvereinigung Greuther Fürth steht als erster Aufsteiger fest. In den vergangenen Jahren war dem »Kleeblatt« immer wieder kurz vor Schluss die Puste ausgegangen.

Die Obere Fischerstraße heißt ab sofort Mike-Büskens-Allee. Fans haben das neue grün-weiße Straßenschild kurzerhand zu Ehren des Aufstiegstrainers angeschraubt. Überhaupt ging es in der Nacht zum Dienstag hoch her in der Fürther Altstadt. In der Kneipenmeile Gustavstraße feierten Tausende Anhänger zusammen mit den Spielern, die zuvor im Stadion die Live-Übertragung aus Dresden verfolgt hatten. Schon ein Düsseldorfer Unentschieden hätte zum Aufstieg gereicht. Die Sachsen siegten 2:1. Fürth müsste jetzt drei Spiele verlieren und Paderborn bei drei Siegen 31 Tore gutmachen. Anders gesagt: Fürth ist definitiv aufgestiegen.

»Ein Traum ist wahr geworden. Wir sind stolz, dass wir es geschafft haben«, sagte Manager Rachid Azzouzi, während sich Mittelfeldmann Stephan Schröck und seine Mitspieler daran machte, im »Gelben Löwen« das Versprechen (»nehmen die Stadt auseinander«) in die Tat umzusetzen.

Viele Trainerkollegen gratulierten Büskens gleichlautend. Mit Fürth sei das Team aufgestiegen, das spielerisch die Liga dominiert habe. Auch die Zahlen sprechen dafür. Die Franken fingen mit Abstand die wenigsten Gegentore (23), erzielten die zweitmeisten (69) und siegten am häufigsten (20) - allen Unkenrufen im notorisch pessimistischen Umfeld zum Trotz. In einem Landstrich, dessen Bewohner nicht zur Euphorie neigen - der Spruch »nicht geschimpft ist gelobt genug« ist legendär -, trägt das Fürther Schicksal seinen Teil zur Skepsis bei. Siebenmal in zehn Jahren scheiterte Fürth knapp: sechsmal Fünfter, einmal Vierter.

Nun wurde der Fluch mit einer Mischung aus Selbstironie und demonstrativem Selbstbewusstsein gebannt. Die Spielplakate überschrieb man mit »Unaufsteigbar-Tour« (»Wegen des großen Erfolgs verlängert«). Doch Azzouzi gab trotzdem das Ziel Bundesliga aus.

In der jungen Mannschaft ragen Verteidiger Heinrich Schmidtgal, die Eigengewächse Sercan Sararer, Stephan Schröck und Edgar Prib sowie Stürmer Olivier Occean (17 Tore) heraus. Fast alle Akteure sind langfristig gebunden. Azzouzi ist zuversichtlich, dass die meisten Leistungsträger bleiben: »Die Spieler wissen, dass sie bei uns den nächsten Schritt machen können.«

In den vergangenen 15 Jahren seit dem Zweitligaaufstieg 1997 hat sich der Verein eine Identität als seriös geführter und ebenso star- wie schuldenfreier Ausbildungsverein erarbeitet. Bescheiden fallen auch die Neubaupläne für das Stadion aus, das mit Hilfe eines reichen Investors 2013 fertig werden soll. 35 Millionen Euro soll es kosten und Platz für 20 000 Zuschauer bieten. Keine zu defensive Planung, wie Azzouzi findet. »Wir könnten derzeit zwar locker 10 000 Dauerkarten verkaufen, aber in dieser Saison hatten wir manchmal nur 7000 Zuschauer.«

Die kommende Bundesligasaison wird der dreifache deutsche Meister (1914, 1926, 1929) also weiter im Ronhof austragen. Und für den prominentesten Fan wird ein Platz freigehalten. Henry Kissinger, der in Fürth aufgewachsene ehemalige US-Außenminister, hat angekündigt, sich im Spätsommer das erste Fürther Bundesligaspiel dieses Jahrtausends live anschauen zu wollen.

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