Von Robert Luchs, Mainz
19.04.2012

Ganzjährig Fahrradtag

Mainz bekommt 120 städtische Verleihstationen

Pünktlich zum Mainzer Fahrradtag am Samstag soll es endlich losgehen: Die rheinland-pfälzische Landeshauptstadt startet ein neues Fahrradverleihsystem.

Das »goldige« Mainz wird bald noch farbenfreudiger. Ab Samstag wird in der Innenstadt der rheinland-pfälzischen Landeshauptstadt ein Modell gestartet, das auch in anderen deutschen Städten Schule machen könnte. Nach dem Ende der zweiten Phase mit Testradlern, die seit Januar versuchsweise die dunkelgelben Drahtesel der der Mainzer Verkehrsgesellschaft (MVG) nutzten, müssen Interessenten im Normaltarif bald einen Euro für eine halbstündige Radtour durch die Mainzer Innenstadt zahlen.

Durch das seit dem vergangenen Jahr erprobte Verleihsystem soll der immer stärker werdende Straßenverkehr allmählich umgestaltet werden: beweglicher, preiswerter, für die Teilnehmer unter Umständen auch gesünder und schneller. Mainz hatte sich erfolgreich an einem bundesweit ausgeschriebenen Wettbewerb für Fahrradverleihsysteme beteiligt und vom Bundesverkehrsministerium rund 1,9 Millionen Euro für den Ausbau der erforderlichen In- frastruktur erhalten. Die Mainzer Stadtwerke hatten frühzeitig ihr Interesse bekundet und steuerten noch einmal die gleiche Summe bei. 120 Verleihstationen sind geplant, wo die Räder gegen Gebühr geholt und nach Gebrauch wieder abgestellt werden können. Zur Zeit ist knapp die Hälfte der Verleihstationen in Betrieb.

Testfahrer haben bemängelt, dass sich keine Schlösser an den Rädern befinden; gegen Diebe gesichert sind sie nur an den entsprechenden Verleihstationen. Und diese können schon einmal besetzt sein, so dass die Radler die nächstgelegene Station ansteuern müssen. Dies soll jedoch dann kein Problem mehr sein, wenn die Verleihstationen nahezu flächendeckend eingerichtet sein werden.

Die Organisatoren des Verleihsystems hoffen, dass sich nicht nur die Mainzer beteiligen und ihr Auto zu Hause lassen, sondern dass auch die Touristen sich auf die bunten Drahtesel schwingen. Dieses Modell könnte die Domstadt für Urlauber noch anziehender gestalten. Günstigere Tarife für die Radler gibt es, wenn sie ein Jahresabonnement der Mainzer Verkehrsgesellschaft, ein Semester-Ticket oder ein Job-Ticket vorweisen können.

Ist Mainz bald eine Fahrradstadt wie beispielsweise Münster in Westfalen? Das dürfte noch eine Weile dauern. Eine Voraussetzung dafür ist der konsequente Ausbau von Radwegen. Mainz hat darin Fortschritte gemacht, doch noch ist der Nachholbedarf groß.

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