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Von Klaus Teßmann
19.04.2012

Bekenntnis zum Antifaschismus

Fred-Löwenberg-Platz wird heute in Marzahn eingeweiht

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Fred Löwenberg am Stand der Berliner VVdN

Ein neuer Platz im Marzahner Wohngebiet Cecilienviertel bekommt heute den Namen des Antifaschisten Fred Löwenberg. Noch vor fünf Jahren standen dort zwischen Cecilienstraße und Wuhlestraße elfgeschossige Wohnhäuser. Im Zuge des Stadtumbaus Ost wurden sie abgerissen und ein ganz neuer Platz angelegt. Der »Fred-Löwenberg-Platz« wurde seit 2009 in drei Bauabschnitten gestaltet. Im Mittelpunkt steht eine Brunnen- und Planschanlage. Die Baukosten für den Platz betrugen rund 330 000 Euro.

Heute um 12 Uhr wird der Stadtrat für Stadtentwicklung Christian Gräff (CDU) gemeinsam mit Mitgliedern der Familie Löwenberg den »Fred-Löwenberg-Platz« einweihen. Damit ehrte der Bezirk einen Antifaschisten, der viele Jahre lang im Bezirk, in der Allee der Kosmonauten, gewohnt hat und seine Lebenserfahrungen in vielen Diskussionsrunden vor allem an die junge Generation weitergegeben hat.

Ferdinand »Fred« Löwenberg wurde am 19. April 1924 als Kind jüdischer Sozialdemokraten in Breslau geboren. Mit 19 Jahren wurde er von der SS im KZ Buchenwald interniert. Nach der Befreiung vom Nationalsozialismus setzte sich Löwenberg in München für eine Aussöhnung und gemeinsames Handeln von Sozialdemokraten und Kommunisten ein. Für dieses Engagement wurde er 1950 aus der SPD ausgeschlossen. Löwenberg (1924-2004) übersiedelte 1969 in die DDR. In Berlin arbeitete er mehrere Jahre für die Zeitschrift »Horizont« und später für die »Neue Deutsche Bauernzeitung«.

Nach 1990 gründete Löwenberg den Interessenverband der Verfolgten des Nazi-Regimes (IVVdN) und war einige Jahre lang verantwortlicher Redakteur der Zeitschrift »Antifa«. Bis zu seinem Lebensende war er Vorsitzender der »Berliner Vereinigung ehemaliger Teilnehmer am Antifaschistischen Widerstand, Verfolgter des Naziregimes und Hinterbliebener e.V.« (BVVdN).

Der Fraktionsvorsitzende der LINKEN in der BVV Klaus Jürgen Dahler wertete die Benennung des Platzes als »ein Bekenntnis des Bezirks Marzahn-Hellersdorf zum antifaschistischen Erbe.« Der Antrag war von der Linksfraktion eingebracht und von der BVV mehrheitlich beschlossen worden. Dahler betonte, dass Fred Löwenberg für die Jugendlichen in den Schulen in Marzahn-Hellersdorf immer ein wichtiger Gesprächspartner gewesen sei. »Er besuchte mit Schülern Gedenkstätten des antifaschistischen Widerstandes und konnte ihnen vieles über die menschenverachtende Politik der Nazis berichten.«

Löwenberg hatte sich vor allem in der Virchow-Oberschule in Marzahn regelmäßig mit Jugendlichen getroffen, sich an den Gedenkveranstaltungen der BVV Marzahn aktiv beteiligt und in jedem Jahr bei den »Lesungen gegen das Vergessen« vor dem Marzahner Rathaus seinen persönlichen Beitrag geleistet. Die LINKE sieht in der Benennung des Platzes eine Würdigung der Lebensleistungen von Fred Löwenberg im »Kampf gegen alte und neue Nazis, gegen soziale Ungerechtigkeiten und Krieg.« Dahler betonte, Fred Löwenberg »wirkte bis zu seinem Lebensende am 30.Mai 2004 für die Verwirklichung seines Credos ›Nie wieder Faschismus, nie wieder Krieg!‹«

Für die Rosa-Luxemburg-Stiftung war Fred Löwenberg ein wichtiger Gesprächspartner. Bei der Akademie für politische Bildung war er Mitbegründer des Gesprächskreises »Geschichte für die Zukunft«. Bei diesem Projekt ging es vor allem darum, Zeitzeugen und bisher nicht gewürdigte Teilnehmer am antifaschistischen Widerstand in Schlesien 1933-1945 zu finden und ihre Lebensgeschichte festzuhalten. Die Rosa-Luxemburg-Stiftung wird an diesem Thema weiter arbeiten und dabei auch die Spurensuche zur Biografie von Fred Löwenberg fortsetzen.

Fred Löwenberg verstarb am 30. Mai 2004 und fand seine letzte Ruhestätte auf dem Friedhof Berlin-Friedrichsfelde.

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