Lena Tietgen
20.04.2012
Bildungsrauschen

Mit Kompetenz gegen Rechts

Das Land Thüringen reagiert mit einem Kompetenzzentrum gegen Rechtsextremismus auf neofaschistische Auswüchse. »spiegel-online« berichtet: »Uni Jena knüpft Netz gegen Rechts«. Als erstes arbeite man an einem »Aktionsplan Demokratiebildung«, der unter anderem der »Prävention in Schulen und Jugendheimen« diene (bit.ly/IJd5I7). Ein notwendiger und überfälliger Akt, wie einige Reaktionen im Netz zeigen.

So fragt acyonyx: »Darf eine gesellschaftlich finanzierte Einrichtung institutionalisiert gegen spezielle politische (wenn auch extreme) Organisationen vorgehen? Nichts gegen politische Ansichten von Professoren oder Lehrbeauftragten, aber geht das jetzt nicht zu weit? Wer zieht die Linie, was Rechtsextremismus ist? Wenn es gegen Extremismus im generellen ginge, wäre das wohl o.k.« andynm antwortet: »Die Uni geht nicht gegen Rechtsextremismus vor, sondern will auf diese menschenverachtende Ideologie aufmerksam machen, die tatsächlich Menschenleben in Deutschland kostet. Deshalb ist auch die Fokussierung auf den Neonazismus richtig.«

Sonnenfahrer meint dagegen: »Das Kompetenzzentrum sollte lieber die Herrschenden in Demokratie ausbilden und diesen Damen und Herren beibringen, dass ein weiterer Ausbau von Multikulti von einer breiten Mehrheit der Bevölkerung nicht erwünscht ist. Wenn die endlich etwas mehr Rücksicht auf Otto-Normalbürger nehmen würden und für soziale und ideelle Gerechtigkeit sowie für eine mittel- bis langfristige, humane Rückführung aller Nichteuropäer oder zumindest eines großen Teiles dieser Leute sorgen würden, dann gäbe es auch kein Extremismus mehr.« sophistocat entgegnet: »Deutschland war ein Einwanderungsland seit der Römerzeit, wie fast alle anderen Länder Europas auch. Nur kann man die Migrationszahlen schlecht miteinander vergleichen. In anderen europäischen Ländern gelten Kinder, die im Land geboren werden, automatisch als Staatsbürger. Nur in D gilt noch immer das ›Blut- und Bodenprinzip‹, was in der Praxis bedeutet, dass vor Generationen nach Rußland ausgewanderte Familien noch immer als ›deutsch‹ gelten, die inzwischen dritte Generation von Einwanderern aber rechtlich noch immer als Ausländer, falls sie nicht mit viel Mühen die deutsche Staatsangehörigkeit erkämpft haben.«

njamba findet: »Solange Deutschland es nicht schafft, glaubwürdig aufzuklären, wer die Hintermänner sind, die die NSU so viele Jahre unerkannt unterstützt haben sollen, ist so ein Uni-Programm nur ein Ablenkungsmanöver von dem eigentlichen Problem hinter diesen 10 Morden. Wird so ein Uni-Programm dazu führen, dass der Verfassungsschutz die Indizien besser auswerten kann als bisher? Ich denke kaum. Der Staat muss die NPD verbieten und nicht so rumeiern.«

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