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Martin Kröger
24.04.2012

Beliebtheit macht Diebe

Starke Zunahme von Eigentumsdelikten lässt Kriminalstatistik in die Höhe schnellen

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AQ: Aufklärungsquote.

Die Kriminalität in Berlin steigt an. Zwar ist die Hauptstadt im europaweiten Vergleich immer noch eine vergleichsweise sichere Metropole, doch erstmals seit Jahren verzeichnete die Polizei in ihrer jährlichen Polizeilichen Kriminalstatistik (PKS) für 2011 wieder steigende Fallzahlen. Insgesamt registrierte die Polizei im vergangenen Jahr 494 385 Fälle, das sind 19 346 Fälle mehr als 2010, also eine Steigerung um 4,1 Prozent. Innensenator Frank Henkel (CDU) und die amtierende Polizeipräsidentin Margarete Koppers stellten die Statistik gestern im Innenausschuss des Abgeordnetenhauses vor.

Ursächlich für die Zunahme sind vor allem drastische Steigerungen bei Straftaten im Öffentlichen Personennahverkehr und vor allem bei Eigentumsdelikten. So stieg allein die Zahl der Fahrraddiebstähle um 30,3 Prozent (6046 Fälle) auf insgesamt 25 988 Delikte an. Eine ähnlich hohe Zuwachsrate von 26,3 Prozent gab es auch im Bereich der Wohnungseinbrüche: Hier registrierte die Polizei 2293 Fälle mehr als 2010, insgesamt verzeichnete die Behörde im vergangenen Jahr 11 006 Einbrüche (siehe Grafik). Zuwachsraten gab es auch bei Laden- und Taschendiebstählen.

»Der Trend dürfte auch mit der Entwicklung Berlins zu einer immer beliebteren Metropole zusammenhängen«, erklärte Polizeichefin Margarete Koppers die höheren Zahlen. Damit gemeint ist allerdings nicht nur die zunehmende Anzahl von Touristen, die Opfer von Taschendiebstählen wurden, sondern auch eine Steigerung der »importierten Kriminalität«. Denn Diebstähle und Einbrüche werden aus Erfahrung der Polizei »vermehrt durch reisende osteuropäische Täter begangen«. Die Verfolgung dieser Straftäter stellt die Polizei indes vor hohe Anforderungen, die sie häufig nicht erfüllen kann.

Nicht zuletzt wegen der besonders niedrigen Quote bei den Eigentumsdelikten verringerte sich deshalb auch die Gesamtaufklärungsquote auf 46,1 Prozent der Fälle (minus 2,3 Prozent). »Das ist die niedrigste Aufklärungsquote seit zehn Jahren«, räumte Innensenator Frank Henkel ein. Er bezeichnete die Entwicklung insgesamt als »besorgniserregend« – genau wie den Trend im Bereich politische motivierte Straftaten, wo 2011 ebenfalls mehr Delikte als im Jahr zuvor registriert wurden.

Um der Entwicklung gegenzusteuern, verwies Berlins Innensenator unter anderem auf die 250 neuen Polizisten, die ab 2013 die Einsatzhundertschaften verstärken sollen. Die neuen Beamten sollen vor allem die Direktionen vor Ort entlasten. Überdies will der Senat Präventionsmaßnahmen wie die Sicherheitsberatungen zu Wohnungen und Häusern künftig wieder kostenlos anbieten. Gelegenheit macht Diebe, warnt die Polizei seit Jahren. Auch von der Durchsetzung eines Alkoholverbots und der Ausweitung der Videoüberwachung im öffentlichen Nahverkehr verspricht sich Rot-Schwarz kriminalitätsdämpfende Effekte.

Dass diese Vorhaben ausreichen, bezweifelte indes die Opposition. »Jeder, der den Haushalt gelesen hat, weiß, dass die 250 Polizisten nicht kommen werden«, monierte der Grünen-Abgeordnete Benedikt Lux. Dabei zeige doch die sinkende Aufklärungsquote, dass die Polizei an ihre Grenzen komme. Lux kritisierte überdies die Konzeptlosigkeit des Senats, Schwerpunkte gegen die Kriminalität zu setzen. »Mehr Videoüberwachung wird daran nichts ändern«, sagte Lux.

Eine Ausweitung der Speicherfristen der Videoüberwachung auf 48 Stunden wertete auch Udo Wolf von der Linkspartei als »Placebo«. Besser wäre laut Sozialisten dagegen ein Konzept, mehr Polizisten auf die Straße zu bringen. Das würde jedoch durch andere Entscheidungen konterkariert.


Die gesamte PKS 2011 im Internet: http://seninnsport.berlin.de

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