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Von Manfred Hönel
24.04.2012

Lächeln hinterm Bart

Eisbären Berlin empfangen heute Mannheim zum entscheidenden Spiel um die Meisterschaft

Das war Eishockey aus der Krimikiste. Die Berliner Eisbären hingen 14 Minuten vor der Schlusssirene in Mannheim gegen die Adler mit 2:5 zurück. Mannheims Köche bereiteten schon das Bankett für die Meisterfeier vor, die Hostessen standen zum Empfang bereit. Neben Gernot Tribke, Geschäftsführer der Deutschen Eishockey Liga (DEL), stand schon der Pokal, die Silberplakette mit dem Schriftzug »Mannheimer Adler Deutscher Meister 2011/12« lag bereit.

Da plötzlich schalteten die Berliner in einem unwahrscheinlich schnellen Spiel noch einen Gang höher. Und erzielten die Tore drei, vier und fünf - Ausgleich und Verlängerung. 3:26 Minuten liefen die Eisbären noch einmal auf Hochtouren. T.J. Mulock stichelte die Scheibe schließlich zum 6:5 ins Tor. »Damit habe ich meinen Fehler wieder gut gemacht«, lächelte der Stürmer. Von ihm kam der Fehlpass zum 2:1 für Mannheim.

Also steigt heute in Berlin um 19.30 Uhr der Showdown - im alles entscheidenden fünften Match. Wer gewinnt, ist zum sechsten Mal seit Einführung der DEL Deutscher Meister. Berlins Trainer Don Jackson schüttelte beim gestrigen Training in der Arena am Ostbahnhof immer noch den Kopf. Er konnte den Sturmlauf seiner Jungs in der Schlussviertelstunde nicht erklären: »Das war Psychologie. Alle haben nur gesagt: ›Los, noch einmal alles geben, egal wie das Spiel endet. Wir gehen nur im Kampf unter.‹ Dann liefen die Jungs zu einer Form auf, dass ich selbst hin und her gerissen war.« Mannheims Trainer Herold Kreis hingegen musste Aufbauarbeit leisten: »Wir dürfen nicht rumheulen. Alles ist noch möglich.«

Für Sven Felski ist es heute ein ganz besonderer Tag. Ausgerechnet in einem solchen Spiel mit der Aussicht auf den Meisterpokal bestreitet er sein 1000. Punktspiel in Bundesliga und DEL, immer für die Eisbären. »Es ist Zufall und trotzdem ein Traum«, lächelt Felski hinter seinem prächtigen Playoff-Bart - fast alle Berliner Spieler haben sich seit Beginn der Playoffs nicht mehr rasiert.

1000 Spiele und 224 Tore in 20 Jahren Hochleistungssport, 1992 durfte »Felle« gegen München zum ersten Mal ran. Schon damals mit der Nummer 11. Es gibt zwei Geschichten, wie er zu der Rückennummer kam. »Weil ich mit elf Jahren vom Eiskunstlauf zum Eishockey wechselte«, sagt der Stürmer selbst. Die andere Geschichte erzählt Materialwart Bernd Karrenbauer: »Vor 40 Jahren war der Russe Anatoli Firsow ein Traumspieler - mit der 11.« Eine große Karriere ist auch Felski als fünfmaliger deutscher Meister und WM-Vierter 2010 geglückt.

Der Ticketverkauf für das Entscheidungsspiel war schon vorbei, kaum da er begonnen hatte. Wer gestern noch eine Karte kaufen wollte, kam zu spät. Die Partie in Mannheim war gerade zu Ende, da standen vor den Ticketschaltern in Hohenschönhausen und der Arena am Ostbahnhof schon Hunderte Fans. »Nach einer Stunde waren alle 14 200 Karten weg«, sagte Marina Schulz von der Geschäftsstelle der Eisbären Berlin. »Wir haben 100 Karten pro Minute im Internet verkauft. Nach einer Stunde waren alle vergriffen.«

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