26.04.2012

Von Manhattan bis zum Bauhaus

Montreal: Retrospektive zu Lyonel Feininger

Das Museum der Schönen Künste in Montreal veranstaltet - erstmalig für Kanada und in dieser Dimension erstmalig für ganz Amerika - eine beeindruckende Retrospektive zum malerischen wie auch zum musikalischen Werk Lyonel Feiningers. Selbst in Deutschland, wo er 50 Jahre gelebt und gearbeitet hatte, gab es eine derartig rückblickende Gesamtschau bisher nur einmal: in der Berliner Nationalgalerie 1998.

»Von Manhattan bis zum Bauhaus« - der Titel der Ausstellung verrät schon die Konzeption: hinzuweisen zunächst auf die Werke, die entstanden waren nach der Wahl seines Geburtslandes, der Vereinigten Staaten, für das nach Hitlers Repressalien unvermeidliche Exil - und dann Blick und Gehör zu geben zu den wesentlichen Wurzeln in seinem Schaffen, zum Bauhaus, wo er seinen kristallinen Malstil hatte festigen können und wo er auch seine ersten Kompositionen erarbeitet hat. Es wurden am Ende 13 Fugen, drei für Klavier und die übrigen für die Orgel (bei den Verlagen AMA und Kamprad erschienen).

Im Rahmen der parallel zur Ausstellung laufenden Festwochen »Fuge im Museum« (mit Werken von Bach bis Schostakowitsch) spielte im Abschlusskonzert »Hommage à Feininger« die international renommierte kanadische Pianistin Louise Bessette die Fugen Nr. I und II des Malers und die beiden Klavierzyklen »Feininger Impulse« und »Bilder keiner Ausstellung« des Berliner Komponisten Kurt Dietmar Richter mit einfühlungsfreudigem und liebevollem Charme und bestechender Brillanz im dramatischen Gestus. Zum lebhaften Schlussapplaus bat die Pianistin den Komponisten auf die Bühne, um dann mit ihm gemeinsam die von Feininger »für Orgel oder Klavier zu drei Händen« konzipierte Fuge Nr. VI zu intonieren. Sehr zur Freude des Auditoriums. nd

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