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26.04.2012

Nur Raps, was glänzt

Sorgenkind Ökologische Landwirtschaft

Land zwischen den Meeren, weite Horizonte, frische Brise, endlose Strände, grüne Hügel. Und im Mai erfreut in weiten Teilen Schleswig-Holsteins das strahlende Gelb der Rapsfelder die Augen der Fahrradurlauber, die von wortkargen Einheimischen mit einem knappen »Moin, Moin« begrüßt werden. Wer die vom Tourismusverband verbreiteten Klischees des nördlichsten Bundeslandes an der Realität misst, kommt zu anderen Erkenntnissen: Der Raps, das »Gold des Nordens«, und der Mais wachsen sich zur gigantischen Monokultur aus - und was dazwischen gedeiht, ist immer weniger öko.

Am 21. März versammelten sich knapp 400 Aktivisten von mehr als 20 Umwelt- und Tierschutzorganisationen als Hühner, Hasen, Kühe und Schweine verkleidet in Kiel, um für ein Umsteuern in der Agrarpolitik der CDU/FDP-Regierung zu demonstrieren - darunter waren 20 alternative Landwirte, die mit Treckern an die Förde getuckert waren. Sie kritisierten die Politik von Landwirtschaftsministerin Juliane Rumpf (CDU) als »konzeptlos« und forderten »eine klima- und umweltverträgliche, gentechnikfreie Landwirtschaft mit artgerechter Tierhaltung«. Neben den Massentierhaltungsanlagen und den 200 000 Hektar Maisanbaufläche beklagen die Umweltschützer vor allem das Ausdorren der ökologischen Landwirtschaft. Nach Auskunft des BUND werden 73 Prozent der Landesfläche landwirtschaftlich genutzt - die Art der Bewirtschaftung ist hier also von entscheidender Bedeutung .

Doch während im benachbarten Dänemark 6,7 Prozent der landwirtschaftlich genutzten Fläche ökologisch bewirtschaftet werden, waren es in Schleswig-Holstein 2010 nur 3,6 Prozent - Tendenz fallend! »Das hat ideologische Gründe«, sagt Carola Ketelhodt, Geschäftsführerin des Landesverbandes von Bioland, »die jetzige Regierung will den Bio-Landbau nicht fördern.« Das Land strich im Rahmen der Haushaltskonsolidierung seinen 18-prozentigen Anteil an der 4,4 Millionen Euro hohen Gesamtfördersumme für den alternativen Anbau. Der Rest wird von Brüssel und Berlin bezahlt. Für die Öko-Landwirte bedeutet das Ende der Förderung nach fünf Jahren eine erhebliche Einbuße und Planungsunsicherheit. »Den Landwirten, die langfristig auf Öko umstellen wollen, wird so die Perspektive genommen«, kritisiert Ketelhodt. 389 Landwirte erhalten die Förderung, die 2013 für 170 Höfe ausläuft. Dabei belegt Schleswig-Holstein schon heute im Ökoranking vom Bund Ökologische Landwirtschaft den letzten Platz unter den Bundesländern.

Während die Grünen den ökologischen Landbau als »Leitbild einer zukunftsfähigen Landwirtschaft« preisen und die SPD die gestrichene Beibehaltungsprämie (wurde für die fünfjährige Umstellungsphase gezahlt) wieder einführen will, verlautet aus dem Landwirtschaftsministerium, dass andere Bundesländer seinem Kurs angesichts knapper Kassen folgen würden. Bisher ist das Kappen der Ökoprämie ein Alleinstellungsmerkmal. Carola Ketelhodt hegt daher eine »große Hoffnung« für den 6. Mai: »Wir brauchen angesichts der steigenden Nachfrage nach ökologischen Waren aus regionaler Produktion und des immensen Artenschwunds dringend einen Politikwechsel.«

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