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27.04.2012

Urwahl als Chance

Kommentar von Aert van Riel

Sigmar Gabriel hat einen erneuten Versuch unternommen, seine Konkurrenten um die SPD-Kanzlerkandidatur, Peer Steinbrück und Frank-Walter Steinmeier, unter Druck zu setzen. Wenn es mehrere Kandidaten geben werde, sollten die Mitglieder entscheiden, stellte der Parteichef in Aussicht - pikanterweise bei einem gemeinsamen Wahlkampftermin der Troika in Schleswig-Holstein. Damit hat Gabriel einen möglichen Weg vorgezeichnet, wenn es bis Anfang nächsten Jahres keine Einigung geben sollte. Laut Satzung ist ein Votum der Mitglieder möglich. Auch Spitzenpolitiker aus den Ländern sind dafür. Offensichtlich spekuliert Gabriel darauf, bei einer Abstimmung die größten Chancen zu haben, weil es ihm eher gelingt, zwischen den Flügeln der SPD zu lavieren als Steinbrück, dessen mögliche Kandidatur bei Parteilinken erhebliche Bedenken hervorgerufen hat. Gegen Steinmeier spricht, dass er bei der letzten Wahl Bundeskanzlerin Angela Merkel deutlich unterlegen war.

Zudem hat Gabriel immer wieder auf sein Vorschlagsrecht als Vorsitzender gepocht. Seine Ambitionen wird er also trotz geringerer Beliebtheit als seine Rivalen in der Gesamtbevölkerung kaum zurückstellen. Somit dürfte der Machtkampf in der SPD-Troika in wenigen Monaten schärfer als bisher ausgetragen werden.

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