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27.04.2012
Meine Sicht

Die unendliche Geschichte

Tobias Riegel zur Hochschule Ernst Busch

Eine unendliche Geschichte wird fortgeschrieben. Nur, dass sie nicht in Fantasien, sondern in Berlin spielt und sie sich nicht um Glücksdrachen, sondern um die Hochschule für Schauspielkunst Ernst Busch rankt. Auch die Autorenschaft liegt nicht bei Michael Ende, sondern bei lokalen Haushaltspolitikern. Selbst wenn die Protagonisten zum Teil gewechselt haben, ist der Plot in den letzten zehn Jahren bis zum Überdruss wieder und wieder durchgekaut worden. Vor drei Jahren schien endlich das letzte Kapitel - mit Happy End! - geschrieben worden zu sein: Die renommierte aber geografisch zersplitterte Hochschule sollte einen zentralen Ort in der Chausseestraße erhalten. Nun müssen aber doch wieder die Bleistifte gespitzt werden.

Die Motivation für das plötzliche und skandalöse »Nein« der SPD zu den eigenen, guten Plänen eines Zentralstandortes ist noch nicht abschließend zu beurteilen - man wird aber das Gefühl nicht los, dass die (relativ moderate) Steigerung der Baukosten hier nur vorgeschobener Grund ist.

Dass die Genossen den Stellenwert der Hochschule einst richtig eingeschätzt haben, lässt sich nachlesen. Bereits 2009 sagte der damalige Bildungssenator Jürgen Zöllner (SPD) einer Tageszeitung zum Standort Chausseestraße: »In der deutschen Hauptstadt gibt es wohl keine bessere Lage für eine international renommierte Schauspielschule wie die Berliner Hochschule für Schauspielkunst.« Er sei zuversichtlich, dass »die fast unendliche Geschichte ein Happy End nehmen wird«.

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