Knut Henkel
28.04.2012

PLATTENBAU

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Der kubanische Einfluss ist nicht zu überhören, und dass ein kleines Orchester RodGab, wie sich das Duo der Kürze halber gern nennt, unterstützt ebenso wenig. »Area 52«, das achte Album von Rodrigo y Gabriela, ist gewohnt mitreißend, gewohnt virtuos und ein neuerlicher Meilenstein der beiden Gitarrenvirtuosen. Die lassen die Finger derart virtuos über die Saiten huschen, dass es nicht nur live ein Augen- wie Ohrenschmaus ist, den beiden Musikern aus Mexiko zuzusehen.

Für »Area 52« zogen die beiden einst als Metal-Gitarristen gestarteten Musiker ins Studio nach Havanna und nahmen den Kontakt zu einem 13-köpfigen jungen Orchester namens C.U.B.A. auf. Mit denen geht es jetzt auch auf Tour. Man darf sich herausragende Konzerte einstellen. Davon zeugen gleich mehrere Live-Alben, die Rodrigo und Gabriela eingespielt haben und die ihnen den Weg in die renommiertesten Konzerthäuser geebnet haben.

Schnell, viel zu schnell für das menschliche Auge, spielen die beiden Gitarristen auf ihren akustischen Instrumenten. Und wenn sie ihre Finger nicht über die Saiten huschen lassen, malträtiert einer oder eine der beiden den Klangkörper der Gitarre mit dem Handballen, der flachen Hand oder den Fingern. So virtuos, dass dem Zuschauer schon nach kurzem Hinschauen schwindlig wird - dem Zuhörer kommt es hingegen vor, als ob da eine komplette Band am Wirbeln ist.

Gabriela Quintero und ihr Freund Rodrigo Sánchez verstehen es, nur mit ihren Gitarren Assoziationen wie ein ganzes Orchester zu erzeugen. Doch nun haben sie sich zum ersten Mal orchestrale Unterstützung geholt. Ihr Sound hat einige karibische Injektionen erhalten. Zuvor haben sie vor allem Jazz, Rock 'n' Roll, Metal, und einige folkloristische Klänge aus der mexikanischen Heimat zu einem furiosen Gitarrensound kombiniert - nun kommen noch karbische Rhythmen hinzu. Das Ergebnis ist schlicht beeindruckend.

Der Weg von der Trash-Metal-Band names »Terra Acida«, wo Rod y Gab 1994 ihre ersten musikalischen Gehversuche machten, bis zu »Area 52« ist weit und führte sie nach Europa. Anfang des Jahrtausends landeten sie in Dublin, spielten auf der Straße Cover von Metallica oder Slayer und landeten in den ersten Clubs. Damals, so erklärt Rodrigo, hätten sie bereits erkannt, wie gut ihre eigene mexikanische Musik sei und deren Einflüsse sind. Das kann man bei jedem der neun Stücke von »Area 52« hören.

Rodrigo y Gabriela: Area 52 (Pias/ Rough Trade)

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