Krieg, Waffenlieferungen, Ausbeutung Fluchthelfer sind nicht das Problem.
Linker Journalismus gegen (geistige) Brandstifter.
Jetzt das »nd« unterstützen!
    • Online-Abo
    • Kombi-Abo
    • Print-Abo
    • App-Abo
    Lesen Sie das »nd« wo und wann Sie wollen. Mit dem Online-Abo erhalten Sie Zugang zu allen Artikeln in elektronischer Form auf unserer Webseite und dazu das nd-ePaper. Zum Online-Abo
    Mobil, kritisch und mit Links informiert:
    neues deutschland als ePaper – und am Wochenende im Briefkasten!
    Prämie: Das nd-Frühstücksbrettchen. Der Wegbegleiter für den Start in den Tag.
    Zum Kombi-Abo

    Lesen Sie das »nd« wo und wann Sie wollen. Mit der nd-App erhalten Sie Zugang zur Zeitung in elektronischer Form als App optimiert für Smartphone und Tablet.

    Die nd-App gibt es für iOs und Android.

    Zum App-Abo
  • Per Überweisung:

    Stichwort: nd-paywall

    Berliner Bank
    IBAN: DE11 1007 0848 0525 9502 04
    SWIFT-CODE (BIC): DEUTDEDB110

    Ich habe bezahlt.

    Per Paypal

    PayPal

    Per Sofortüberweisung

    Sofortüberweisung

  • Ich beteilige mich mit einer regelmäßigen Zahlung

    Wir freuen uns sehr, dass Sie zu dem Entschluss gekommen sind: Qualitätsjournalismus zur Stärkung einer Gegenöffentlichkeit von links ist mir etwas wert!

    Mit ihrem solidarischen Beitrag unterstützen Sie linken unabhängigen Qualitätsjournalismus. Und: Sie unterstützen die Menschen, die sich selbst ein Abo nicht leisten können. Wir sind der Ansicht, dass Journalismus für möglichst alle zugänglich sein soll – deshalb bieten wir einen großen Teil unserer Artikel gratis zum Lesen und teilen im Netz an. Aber nur Dank der Abonnements und Zahlungen vieler Leserinnen und Leser können wir jeden Tag eine Zeitung produzieren: Gedruckt, als Onlineausgabe und als App.

    Turnus

    Meine Bankdaten

    Persönliche Angaben

    *Pflichtfelder
     
     
  • Ich bin schon Abonnent
    Login
  • Ich beteilige mich später
Von Antje Rößler
30.04.2012

Schnittlauch fühlt sich ausgebeutet

Zwei Offenbach-Einakter an der Hochschule für Musik

Dass man Menschen so einfallsreich als Lebensmittel verkleiden kann! Der Muffin trägt eine Papiermanschette und rote Zuckerkügelchen auf dem Kopf; weiße Daunendecken umhüllen den fleischgewordenen Teebeutel. In Offenbachs Operette »Mesdames de la Halle«, die in einer Markhalle spielt, erweckt Regisseur Michael Höppner die Ware zum Leben. Die originellen Kostüme stammen von Hanne Loosen.

Die Inszenierung gehört zu einem Offenbach-Doppelpack, das am Samstag in der Hochschule für Musik »Hanns Eisler« am Gendarmenmarkt Premiere hatte. Neben »Mesdames de la Halle« ging Offenbachs chinesische Fantasie-Komödie »Ba-ta-clan« über die Bühne. Beide Operetten-Einakter führte der Komponist in den 1850er Jahren in seinem eigenen Pariser Theater auf.

Die Musik von Jacques Offenbachs gehört zu den größeren Herausforderungen, die man dem studentischen Nachwuchs zumuten kann. Sie ist technisch äußerst anspruchsvoll und soll doch zugleich jederzeit luftig beschwingt und charmant klingen. Um diese Aufgabe zu meistern, hat die Hochschule den Offenbach-Experten Jean-Christophe Keck, der etliche Werkausgaben des französischen Komponisten herausgegeben hat, als Gastprofessor berufen.

Mit Keck am Dirigierpult entwickelt sich der Abend in musikalischer Hinsicht rundherum erfreulich. Das hochschuleigene Orchester erzeugt wirbelnde Ausgelassenheit und rhythmischen Drive. Die Gesangspartien, die gleichermaßen stimmliche Ausdauer und Geschmeidigkeit erfordern, sind durchweg souverän besetzt. Bettina Gfeller hinterlässt als Schinken mit ihrer apart eingedunkelten Stimme nachhaltigen Eindruck. In »Ba-ta-clan« überzeugt Jakob Ahles als Ko-ko-ri-ko mit seinem kraftvollen Bass.

Kopfzerbrechen bereiten jedoch die Inszenierungen der Musiktheaterregie-Studenten. Zugegeben, Michael Höppners Einfall, in »Mesdames de la Halle« die Lebensmittel zu vermenschlichen, ist eine ebenso originelle wie tragfähige Idee. Sie erlaubt es, gesellschaftskritische Spitzen einzubauen, die auf jenes Verhältnis zielen, dass Marx als Fetischcharakter der Ware diagnostiziert hat. Jedoch überspannt Höppner diesen Bogen, indem er die Operette mit allzu tiefsinnigen Dialogen beschwert, die eher eines Brecht-Theaterstücks würdig wären: Schnittlauch fühlt sich »irgendwie ausgebeutet«; der Muffin lässt einen Stoßseufzer ab, es müsse doch »mehr geben als diese verfluchte Markwirtschaft.« Heiteres und Bitterernstes prallen in dieser Inszenierung aufeinander, anstatt sich, wie es der Komponist nahe legt, gegenseitig zu durchdringen.

In der China-Komödie »Ba-ta-clan« vermag Regisseurin Eva-Maria Weiss die sinnlos-verwirrende Handlung nicht so recht zu bändigen. Hier geht es um vier französische Geschäftsleute, die sich als Chinesen ausgeben. Auch in dieser Inszenierung laufen Klamauk und Ernst - hier im Umfeld einer technokratischen Überwachungsdiktatur - unvermittelt nebeneinander her.

30.4.. 19 Uhr, 3., 4., 7.5., 19 Uhr, 6.5., 16 Uhr, Studiosaal Charlottenstraße 55

Artikel weiterempfehlen und ausdrucken