Wenn Schlussstriche zur Mode werden ...braucht es linken Journalismus
Deshalb jetzt das »nd« unterstützen!
    • Online-Abo
    • Kombi-Abo
    • Print-Abo
    • App-Abo
    Lesen Sie das »nd« wo und wann Sie wollen. Mit dem Online-Abo erhalten Sie Zugang zu allen Artikeln in elektronischer Form auf unserer Webseite und dazu das nd-ePaper. Zum Online-Abo
    Mobil, kritisch und mit Links informiert:
    neues deutschland als ePaper – und am Wochenende im Briefkasten!
    Prämie: Das nd-Frühstücksbrettchen. Der Wegbegleiter für den Start in den Tag.
    Zum Kombi-Abo

    Lesen Sie das »nd« wo und wann Sie wollen. Mit der nd-App erhalten Sie Zugang zur Zeitung in elektronischer Form als App optimiert für Smartphone und Tablet.

    Die nd-App gibt es für iOs und Android.

    Zum App-Abo
  • Per Überweisung:

    Stichwort: nd-paywall

    Berliner Bank
    IBAN: DE11 1007 0848 0525 9502 04
    SWIFT-CODE (BIC): DEUTDEDB110

    Ich habe bezahlt.

    Per Paypal

    PayPal

    Per Sofortüberweisung

    Sofortüberweisung

  • Ich beteilige mich mit einer regelmäßigen Zahlung

    Wir freuen uns sehr, dass Sie zu dem Entschluss gekommen sind: Qualitätsjournalismus zur Stärkung einer Gegenöffentlichkeit von links ist mir etwas wert!

    Mit ihrem solidarischen Beitrag unterstützen Sie linken unabhängigen Qualitätsjournalismus. Und: Sie unterstützen die Menschen, die sich selbst ein Abo nicht leisten können. Wir sind der Ansicht, dass Journalismus für möglichst alle zugänglich sein soll – deshalb bieten wir einen großen Teil unserer Artikel gratis zum Lesen und teilen im Netz an. Aber nur Dank der Abonnements und Zahlungen vieler Leserinnen und Leser können wir jeden Tag eine Zeitung produzieren: Gedruckt, als Onlineausgabe und als App.

    Turnus

    Meine Bankdaten

    Persönliche Angaben

    *Pflichtfelder
     
     
  • Ich bin schon Abonnent
    Login
  • Ich beteilige mich später
03.05.2012
Fragwürdig

Arbeitslos und glücklich?

Tobias »Tube« Herre, Schriftsteller, gehört der »Liga für Kampf und Freizeit« an

c2c0cc432e4ceffa78c03e9de134a8bd.jpg

nd: Gestern war »Kampf- und Feiertag der Arbeitslosen«. Wogegen oder wofür demonstrieren Sie?
Herre: Gegen den Zwang zur Lohnarbeit und für ein bedingungsloses Grundeinkommen. Wir wollen darauf aufmerksam machen, dass es nicht mehr möglich ist, für alle Arbeitsplätze zu schaffen. Dennoch verkünden Politiker das als große Forderung. Der Fortschritt wird bei uns häufig daran gemessen, wie viel Arbeitsplätze geschaffen wurden. Dabei sollten wir ihn daran messen, wie viel Arbeitsplätze wir beseitigt haben durch Technik, Automatisierung, Modernisierung.

Derzeit gibt es offiziell fast drei Millionen Arbeitslose in Deutschland. Wie erklären Sie sich, dass die Teilnahme an Ihrer Demonstration bisher nicht so groß ist?
Auch Arbeitslose haben ja viel zu tun und nicht unbedingt Zeit, zu unserer Demonstration zu gehen. Es erscheinen da auch nicht nur Arbeitslose, sondern auch Leute, die Arbeit haben. Die müssen sich dann natürlich einen Urlaubstag nehmen. Und: Jeder, der Arbeit hat, kann ja arbeitslos werden.

Wodurch unterscheidet sich Ihr Anliegen von dem derer, die am 1. Mai demonstrieren?
Die 1.Mai-Demonstranten tun das für den Erhalt ihrer Arbeitsplätze, aus guten Gründen, mit Recht. Wir meinen, dass es nicht notwendig ist, Arbeitsplätze zu erhalten.

Was ist beglückend an der Arbeitslosigkeit ?
Beglückend ist derzeit in der Tat nichts, weil man sich am Rande des Existenzminimus über die Runden bringen muss. Beglückend wäre es, wenn man als Arbeitsloser ausreichend Geld hätte, um ein würdevolles Leben zu führen. Nach einer solchen Form der Arbeitslosigkeit streben ja eigentlich alle Menschen. Sie träumen etwa davon, im Lotto zu gewinnen und dann nicht mehr arbeiten zu müssen. Und wir sehen die Möglichkeiten, dass in Zukunft dieser Zustand für alle erreichbar ist.

Wie wäre der erreichbar? Und wie wäre das schöne Leben mit der Armut vereinbar?
Wir gehen davon aus, dass sich die Technik, die Roboter weiter entwickeln und immer mehr Arbeiten erledigen können, die heute noch von Menschen gemacht werden. Der Optimalzustand wäre erreicht, wenn wir von den Maschinen bedient werden.

Das leuchtet ein. Wer stellt die Maschinen her?
Das können ja dann auch wieder Maschinen machen.

Sehr gut.
Es wird natürlich in Zukunft noch nötig sein, dass Menschen mithelfen müssen. Allerdings auf immer weniger Arbeitsplätze verteilt. Es wird eine Entwicklung geben, in deren Folge durch Automatisierung Arbeitsplätze verschwinden und dadurch Arbeitszeiten verkürzt werden können. Im Bewusstsein der Menschen ist aber immer noch fest verankert, dass ein Arbeitsplatz das Höchste sei, was man besitzen kann.

Was entgegnen Sie demjenigen, der sagt, er mache seine Arbeit gerne und sie mache ihm Spaß?
Wir finden das wunderbar, dass jemand seine Arbeit gerne macht, und wir fragen ihn, ob er sie auch so gerne macht, dass er sie umsonst machen würde, oder ob er sich vorstellen kann, ein Grundeinkommen zu bekommen.

Interview: Thomas Blum

Artikel weiterempfehlen und ausdrucken