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04.05.2012

Wir sind noch nicht satt

Irene Ivancan will mit Berliner Tischtennisklub eastside die Champions League gewinnen

Heute Abend treffen die Tischtennisspielerinnen des ttc Berlin eastside im Finalhinspiel der Champions League auf den Wiener Vorortklub SVS Ströck. Die Österreicherinnen sind Favorit, doch Vize-Europameisterin IRENE IVANCAN gibt einen Einblick, warum die Berlinerinnen trotzdem eine Chance haben.

Frau Ivancan, heute Abend kommt der SVS Ströck nach Berlin. Deren Spitzenspielerin Fan Ying ist chinesische Nationalspielerin und hat seit sieben Jahren nicht mehr gegen eine Europäerin verloren. Wie kommt man ihr bei?
IVANCAN: Tja, Sie hat noch nie gegen mich gespielt! Sie ist wie ich eine Abwehrspielerin, und ich mag es gegen eine andere Abwehr zu spielen. Wu Yang habe ich so auch 4:0 besiegt, und die ist mittlerweile in den Top 10 der Weltrangliste. Die erste Europäerin nach so langer Zeit zu sein, die Fan Ying schlägt, reizt mich jedenfalls ungemein.

Worauf wird es ankommen?
Es gibt ein europäisches und ein asiatisches Niveau. Es dauert bei mir manchmal ein wenig, mich an das asiatische anzupassen. Bei nur drei Gewinnsätzen muss ich aber von Anfang an dranbleiben. Bei der Mannschafts-WM im März habe ich aber gesehen, dass ich das mittlerweile kann.

Die Champions League hatte in dieser Saison nur sechs Teams. Würden Sie sich bei einem Finalerfolg wirklich als die Besten Europas fühlen?
Auf jeden Fall, denn dann hätten wir mit Ströck die nominell beste Mannschaft geschlagen, auch wenn wir in der Bundesliga nur Platz drei schaffen werden.

Sie haben ein bewegtes Jahr hinter sich: Zweite bei der EM, Viertelfinale bei der Mannschafts-WM und dann die geglückte Olympiaqualifikation. Was beschäftigt Sie davon jetzt noch?
Das WM-Viertelfinale gegen Singapur. Da hatten wir die Chance auf eine Medaille, doch ich habe es nicht geschafft, das entscheidende Spiel zu gewinnen. Ich bin keine, die dann sagt: »Der siebente Platz ist auch gut.« Ich bin noch enttäuscht und sauer auf mich selbst.

Hat Sie die Olympiaqualifikation nicht aufrichten können?
Doch, natürlich. Bei Olympia dabei zu sein, ist großartig. Und wer weiß, vielleicht wären wir nach einer WM-Medaille schon satt. Jetzt wissen wir bei Olympia, was möglich ist.

Aufgezeichnet: Oliver Händler

Spielbeginn ist 19.15 Uhr im Freizeit Forum Marzahn, Marzahner Promenade 55, 12679 Berlin.

Am Samstag laden die Spielerinnen und Männer-Bundestrainer Jörg Roßkopf zu Duellen mit Fans ins Einkaufszentrum Eastgate. Rückspiegel: 21. Mai in Schwechat

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